Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Deutsche Holzwirtschaft ruft zu Besonnenheit auf

Steffen Rathke, Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrat DHWR, ruft nach dem ‹Sägestreik›-Aufruf des Präsidenten der deutschen Forstwirtschaft, Georg Schirmbeck, zu Besonnenheit auf. Hamsterkäufe auf der einen Seite und Boykottaufrufe auf der andern verschlechterten die Lage bloss weiter. Ins selbe Horn stossen die deutschen Rohholzverbraucher. Sie schlagen Verbesserungen bei der Logistik vor.

Wer die Waldbesitzer zu einem Lieferstopp aufrufe (Lignum Journal online vom 3.5.2021) oder ordnungspolitische Eingriffe in den Markt gutheisse, verkenne die aktuelle Situation vieler Tausender Betriebe der Holzwirtschaft und auch der Forstwirtschaft, so Rathke. Diese Betriebe versuchten auf den volatilen Märkten jeden Tag, ihre Existenz zu sichern. ‹Es sind gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die auf die regionale Versorgung durch die lokalen Waldbesitzer angewiesen sind›, sagt Ratke. Ein Boykottaufruf schade mithin vor allem dem deutschen Mittelstand, der aktuell ohnehin schon mit den Folgen der Pandemie sowie Lieferproblemen zu kämpfen habe.

Auch aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Rohholzverbraucher AGR ist die Forderung nach einem Einschlagsstopp das falsche Signal. Es könnte den Markt noch mehr verunsichern, warnt AGR-Präsident Leonhard Nossol. Panikkäufe könnten das Angebot weiter verknappen, womit die erhoffte Entspannung in weite Ferne rücken würde. ‹Wir verstehen, dass angesichts der Preisrallye vieler Holzprodukte der Unmut bei den betroffenen Waldbesitzern gross ist. Hier braucht es nach wie vor staatliche Unterstützung. Wer kaum noch gesunden Wald hat, der profitiert auch nicht von steigenden Preisen und muss für die Aufforstung alle notwendigen Hilfen bekommen›, sagt Nossol.

Aus Sicht der AGR könnte eine angepasste Logistik helfen, die vorhandenen Holzmengen besser zu verteilen und Angebot und Nachfrage bei unverarbeitetem Nadelholz zusammenzuführen. ‹Hier kann die Politik mehr tun. Der überhitzte Markt schadet auf Dauer allen. Holz ist zwar insgesamt ein wertvoller Rohstoff, wenn Holzprodukte aber exorbitant teuer werden, setzen die Kunden möglicherweise auf günstigere, nicht nachhaltige Produkte oder Häuser aus Baustoffen, deren Herstellung dem Klima schadet›, so AGR-Geschäftsführer Lukas Freise.


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