Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Digitale Produktetemplates für die Holzbranche

 



In der BIM-Arbeitsmethode können die von Bauprodukteherstellern bereitgestellten Daten in der Planung dazu genutzt werden, Gebäude in allen Bereichen noch besser zu optimieren. Die Informationen dazu müssen jedoch für Computer lesbar strukturiert erfasst werden. Darin erhält die Beschreibung jedes Eingabefeldes eine GUID (Globally Unique Identifier).

Die Computersprache fehlt in der Übersetzung der Normen. Genau hier setzt die europäische Initiative TIMBIM an: Die in Bauproduktenormen beschriebenen Eigenschaften werden in einer Datenbank zusammengetragen und für Computer sprachunabhängig eindeutig identifiziert. Egal, in welcher Sprache eine Eigenschaft beschrieben ist: Im Hintergrund befindet sich immer ein und derselbe Code. Die Computersprache löst so die babylonische Sprachverwirrung in der Planung.

Das vereinfacht es Programmierern deutlich, die für die Gebäudeberechnungen benötigten Werte von unterschiedlichsten Herstellen aus verschiedenen Sprachregionen automatisiert abzuholen und über Algorithmen zu verarbeiten. Damit entstehen deutliche Mehrwerte aus den bereits vorhandenen Produktedaten, unabhängig vom jeweiligen Datenformat. Im Prinzip wird dadurch Building Information Modelling (BIM), wie es sich die ganze Bauwelt wünscht, erst ermöglicht.

Lignum-Bauprodukte-Template

Unter folgendem Link finden Sie die Dokumentation zu unserer API: https://developer.cobuilder.com 
Auf Lignumdata ist ebenfalls eine Nutzeroberfläche zur Erfassung von Bauprodukten aus Holz in Arbeit.
Für Fragen oder zur Beantragung eines API-Zugangs: hansueli.schmid(at)lignum.ch

 

TIMBIM


Im März 2021 hat die European Confederation of Woodworking Industries CEI-Bois die gemeinsame Initiative TIMBIM gestartet. Sie unterstützt den kontinuierlichen Wissensaustausch und die Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Mitgliedsstaaten. Die ersten Partner, die an dem Projekt teilnehmen, sind die CEI-Bois Mitglieder Schweiz (Lignum), Österreich (Fachverband Holzindustrie Österreich), Finnland (Puutuoteteollisuus) und Schweden (Svenskt Trä).

Gemeinsam mit dem norwegischen Softwareunternehmen Cobuilder wollen die teilnehmenden Mitgliedsstaaten eine gemeinsame Datenstruktur für ausgewählte Bauprodukte aus Holz entwickeln. Dies beinhaltet ein spezifisches Wörterbuch (dictionary), auf dessen Grundlage Hersteller ihre Datenvorlagen (data templates) individuell erstellen können. Grundlage sind die europäischen Produkte- und Prüfnormen, welche in allen europäischen Ländern harmonisiert sind und angewendet werden.

Aus diesen Normen werden alle möglichen Eigenschaften nach SN EN ISO 23386:2020 extrahiert und in eine für die Programmiersprache lesbare Struktur und Identifikation (GUID) überführt, also maschinenlesbar gemacht. Der Vorteil dieses Vorgehens ist, dass die Daten dezentral bereitgestellt und unabhängig von den Datenformaten über API-Schnittstellen verlinkt oder ausgetauscht werden können.

Hersteller können auf dieser offenen Grundlage unabhängig ihre Daten für die unterschiedlichsten Anwendungsmöglichkeiten in der BIM-Methode bereitstellen. Es ist zu erwarten, dass dieser Prozess im Zuge der Revision des europäischen Bauproduktegesetzes weiter über Plattformen professionalisiert wird. Doch auch für Händler sind die in der Holzbranche abgestimmten Produktetemplates eine grosse Erleichterung. Denn damit können die Produktinformationen über API einfacher aus dem Produktinformationsmanagement-System (PIM) der internationalen Hersteller abgeholt werden. Der Pflegeaufwand reduziert sich deutlich. Der Handel wird vom reinen Lieferanten der Bauprodukte zum wichtigen Mittler in der Logistik der entsprechenden Daten.

SN EN ISO 23386:2020; SIA 440.003:2020: Bauwerksinformationsmodellierung und andere digitale Prozesse im Bauwesen – Methodik zur Beschreibung, Erstellung und Pflege von Merkmalen in miteinander verbundenen Datenkatalogen


Weitere Informationen zum Thema
Anwendung von LCA-Daten in BIM
Medienmitteilung zu TIMBIM
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