Wem gehört eigentlich der Schweizer Wald?

Fast eine Viertelmilllion Eigentümerinnen und Eigentümer teilen sich die rund 13000 Quadratkilometer Schweizer Wald. Eine Analyse des Bundesamtes für Umwelt zeigt, wer die Waldbesitzerinnen und -besitzer sind, wie ihr Verhältnis zu ihrem Wald ist und welche Ziele sie verfolgen.

Was öffentliche Waldeigentümer erreichen wollen
Dunkelblau: politische Gemeinden. Graublau: Bürgergemeinden o.ä. Grün: Korporationen. Hellgrün: Übrige.
Grafik BAFU

 

 

Von Mitte Dezember 2016 bis Ende Januar 2017 führte das Bundesamt für Umwelt eine schriftliche Umfrage durch, an der 980 private und 482 öffentliche Waldeigentümerinnen und -eigentümer teilnahmen. 13 Kantone verfügten über keine Adressen der privaten Personen. Bei zwei Kantonen fehlten die Adressen der öffentlichen Waldeigentümer. Da die vorhandenen Daten entsprechend der Grundgesamtheit über die Regionen verteilt sind, ist die Umfrage bezüglich der Verteilung auf forstliche Produktions- sowie Sprachregionen repräsentativ.

 

Rund ein Drittel des Schweizer Waldes befindet sich in der Hand von etwa 245000 privaten Personen. 85% dieses Privatwaldes werden aktiv bewirtschaftet. Dabei erntet ein Grossteil, nämlich gut 80% der Privatpersonen, Energieholz für den eigenen Bedarf. Einen Überblick über die verschiedenen Segmente der Privatwaldeigentümer bietet die Darstellung unter diesem Link (JPG, 622 KB).

 

Was private Waldeigentümer wollen

 

Ein gesunder und stabiler Wald ist mit Abstand das wichtigste Ziel der Eigentümer und Eigentümerinnen des Privatwaldes. Sie wollen ihn als Ressource für nachkommende Generationen erhalten und sich gerne im Wald aufhalten. Für 71% der Privatbesitzerinnen und -besitzer ist der Wald keine Einkommensquelle oder sogar ein Verlustgeschäft.

 

In der Analyse werden fünf private Eigentumstypen unterschieden. Die grösste Gruppe sind die ‹Indifferenten›: 35% der Privaten haben sich nämlich noch nie Gedanken gemacht, wie sie ihren Wald nutzen wollen. 21% sind ‹Holzernte-Fokussierte›. ‹Ganzheitliche›, denen alle Waldleistungen wichtig sind, machen 17% aus. 16% sind ‹Gemeinwohl-Interessierte›, denen die Holzproduktion nicht wichtig ist. ‹Naturschützer› bilden die kleinste Gruppe mit 11%.

 

Öffentliche Wälder sollen stabil und gesund sein

 

Rund zwei Drittel der Schweizer Wälder gehören 3500 öffentlich-rechtlichen Eigentümern: Gemeinden, Burger-/Bürgergemeinden, Korporationen, Kantonen und dem Bund. 92% dieser öffentlichen Eigentümer bewirtschaften ihren Wald. Mehr als die Hälfte tut dies in Eigenregie. Auch bei ihnen ist das wichtigste Ziel, einen gesunden und stabilen Wald zu erhalten. Ebenfalls von hoher Bedeutung sind das Sicherstellen der Filterfunktion für Trinkwasser, der Erhalt von Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie die Holzproduktion.

 


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