Preisträger ‹Constructive Alps› 2013
Oben: AgrarBildungsZentrum Salzkammergut in Altmünster (A). Unten links: Wohnhaus Katrin und Otto Brugger in Bartholomäberg (A). Unten rechts: Multifunktionszentrum Rinka in Solčava (SI).
Bilder © Walter Ebenhofer (oben) | © Christian Schaulin (unten links) | © Damjan Švarc (unten rechts)
Für den mit EUR 50000,– Euro dotierten Architekturpreis ‹Constructive Alps› konnten sich Architekten und Architektinnen mit Bauten bewerben, die sowohl ästhetische Anforderungen als auch Kriterien der Nachhaltigkeit zu erfüllen hatten. Die Fachjury übergab am 29. August im Alpinen Museum in Bern die Preise an die Gewinner.
Auf die Ausschreibung gingen vierhundert Bewerbungen aus dem ganzen Alpenraum ein – doppelt so viele wie bei der ersten Ausschreibung im Jahr 2010. Das gewachsene Interesse spiegelt sich auch im Verdikt der Jury, die aus dreissig nominierten Projekten drei Preise und sieben Anerkennungen vergab.
Erster Preis: Von der Fassade bis zu den Stühlen aus Weisstanne
Den ersten Preis verlieh die Jury an das Agrarbildungszentrum Salzkammergut in Österreich. Die Architekten erweiterten die bestehende L-Form zu einem quadratischen Gebäude mit Innenhof. Es grenzt sich scharf von den umliegenden Wiesen ab und überbaut wenig Boden. Die Fassade aus heimischer Weisstanne zieht sich vom Sockel bis zum Dach, grosse Fenster bringen Licht ins Innere.
Auch innen dominiert Weisstanne. Das Holz ist unbehandelt, so dass es mit allen Sinnen wahrnehmbar ist. Ebenfalls aus Weisstanne gefertigt sind Stühle, Schränke und Regale. Die Fassade ist mit Zellulose und Schafwolle isoliert und macht das Ausbildungszentrum zum Passivhaus.
Zweiter und dritter Preis: Dialog hier, Distanz dort
Das Wohnhaus der Familie Brugger im vorarlbergischen Bartholomäberg steht für die behutsame Sanierung eines traditionsreichen Gebäudes, das den Dialog zwischen sorgsam wiederhergestellten Teilen und bewusst eingesetzten modernen Elementen führt. Das Haus wurde vor rund 250 Jahren in Montafoner Tradition als Strickbau errichtet – äusserst sparsam, mit lokalem Material: am Boden Stein, darüber massive Fichte.
Das Mehrzweckzentrum Rinka in Slowenien baut den Ort weiter, fördert die Wirtschaft und stärkt das Sozialkapital. Das Haus gliedert sich ins Dorf ein, ist aber weiterhin als Einzelläufer zu erkennen. Die Büros im ersten Stock vermietet die Gemeinde an Start-up-Unternehmen und will so die jungen Leute im Tal halten. Im Sitzungszimmer kommen die Bauern zusammen. Darüber liegt die Gemeindeverwaltung.
Anerkennung für Schweizer Projekt
Neben den Preisen sprach die Jurry folgenden Projekten Anerkennungspreise zu: Sanierung und Erweiterung Volksschule Mähdle, Wolfurt (A); LifeCycleTower One, Dornbirn (A); Umbau Haus Simma, Egg (A); Feuerwehr und Kindergarten, Thüringerberg (A); Wohnhaus la Salière, Grenoble (F); Mühle und Genossenschaft Agri’90, Storo (I); Cinema Sil Plaz, Ilanz (CH).
Das Alpine Museum in Bern zeigt die nominierten Projekte in der Ausstellung ‹Constructive Alps› bis am 29. September 2013. Die Architekturzeitschrift ‹Hochparterre› stellt die Projekte in einem deutsch-englischen Themenheft vor.