Treibhausgase in der Atmosphäre auf neuem Höchstwert

Gestern Montag startete in Madrid – anstatt wie ursprünglich vorgesehen in Chile – die 25. Klimakonferenz der Vereinten Nationen. Sie steht im Schatten einer schlechten Nachricht: Die weltweit gemittelte Konzentration von Kohlendioxid lag im Jahr 2018 bei 407,8 Teilen pro Million und erreicht damit einen neuen Rekord. 2017 waren es noch 405,5 Teile pro Million gewesen.

Entwicklung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre in Teilen pro Million, 1990–2018
Das letzte Mal erlebte die Erde eine ähnlich hohe CO2-Konzentration wie heute vor etwa drei bis fünf Millionen Jahren. Die Temperaturen erreichten damals zwischen drei und fünf Grad mehr als heute; der Meeresspiegel lag zehn bis zwanzig Meter höher.
Grafik WMO

 

 

Die gemessene Konzentration repräsentiert das, was in der Atmosphäre nach dem komplexen System von Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Biosphäre, Lithosphäre, Kryosphäre und den Ozeanen verbleibt. Etwa ein Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen wird von den Ozeanen und ein weiteres Viertel von der Biosphäre aufgenommen.

 

‹Es gibt keine Anzeichen für eine Verlangsamung, geschweige denn für einen Rückgang der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre, trotz aller Versprechungen im Rahmen des Pariser Übereinkommens über den Klimawandel›, sagt Petteri Taalas, Generalsekretär der World Meteorological Organization WMO. Tatsächlich sind die Emissionen im letzten Jahrzehnt um 1,5% pro Jahr gestiegen.

 

Und: Die Treibhausgasemissionen, mit denen aufgrund aller Versprechungen in der Folge von ‹Paris› per 2030 zu rechnen ist, sind 15 Milliarden Tonnen zu hoch, um das Ziel einer globalen Temperaturerhöhung um höchstens zwei Grad zu erreichen. Diese Lücke hat die WMO in einem ‹Gap-Report› letzte Woche im Nachgang zur Mitteilung der aktuellen CO2-Konzentration beziffert. Wollte man die Erwärmung auf höchstens anderthalb Grad beschränken, müssten die Emissionen von 2020–2030 jedes Jahr um 7,6% sinken.

 


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