Timber Carbon macht in Holzbauten gespeichertes CO2 handelbar
Verbautes Holz bindet Kohlenstoff. In gängigen Gebäudelabels wird diese Leistung jedoch kaum abgebildet. Timber Carbon will dies ändern und positioniert sich als Carbon Developer für den Gebäudesektor.
Das Unternehmen ermöglicht es Bauherrschaften, den Kohlenstoff, der durch das verbaute Holz im Gebäude gespeichert ist, als Credit zertifizieren zu lassen. Ein Credit ist eine handelbare Bescheinigung, dass eine bestimmte Menge CO2 der Atmosphäre entzogen und gespeichert wurde. Diese Credits kann die Bauherrschaft in der eigenen Klimabilanz ausweisen oder am freiwilligen CO2-Markt verkaufen, wie Timber Carbon ausführt.
Den Ablauf von der Datenerfassung und der Berechnung über die unabhängige Prüfung und die Registrierung bis zur Ausstellung und zur laufenden Überwachung der Credits automatisiert das Unternehmen nach eigenen Angaben mit einer KI-gestützten Infrastruktur.
Die Credits werden vom Rainbow-Standard registriert, einem Regelwerk und Register für Credits weltweit. Der Rainbow-Standard hat dieses Jahr die Anerkennung unter der EU-Verordnung über zertifizierte CO2-Entnahmen (CRCF) beantragt. Die Prüfung läuft, eine Entscheidung wird noch in diesem Jahr erwartet. Die CRCF-Verordnung bildet den Rahmen für einheitliche Qualitätsstandards in freiwilligen CO2-Märkten in der EU.
Timber Carbon bringt sich damit für die Zukunft in Stellung und blickt auf den EU-Emissionshandel, der ab 2028 auch den Gebäudebetrieb erfassen soll. Grössere Neubauten müssen dann voraussichtlich ihre Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus offenlegen.
Für die internationale Expansion plant das Unternehmen im vierten Quartal 2026 eine erste Finanzierungsrunde. Timber Carbon ging aus Timber Finance hervor, einem Zürcher Startup, über dessen Pilotphase das Lignum Journal 2024 berichtete.
Links: Timber Carbon | Rainbow Standard