Steigende stoffliche Holznutzung in der Schweiz

2016 lag der Holzendverbrauch in der Schweiz in der stofflichen Nutzung knapp 6% höher als 2012. Einen deutlichen Zuwachs gab es gegenüber 2012 bei den Mehrfamilienhäusern (+9,3%), einen eigentlichen Sprung bei öffentlichen Gebäuden (+56,0%).

Entwicklung der Anteile von Mehrfamilienhaus-Projekten 2008–2017, die mit einem Holztragwerk realisiert (dunkelgrüne Balken) respektive an- oder umgebaut wurden (hellgrüne Balken). Als Mehrfamilienhaus-Projekt gilt eine Baubewilligung für ein oder mehrere Gebäude.
Quelle: Studie Holzendverbrauch 2016/Gebäudedatenbank BFHIdBH

 

 

Die Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau hat im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt die Studie ‹Holzendverbrauch Schweiz 2016 mit weiteren Informationen zu Trends 2017› erarbeitet (2018; veröffentlicht im April 2019). Ihr Ziel ist es, die Holznutzung in Produkten der Bereiche Bauwesen, Möbel und lnnenausbau, Holz im Aussenbereich, Verpackung und Holzwaren zu ermitteln.

 

Der Holzendverbrauch für die genannten Bereiche beläuft sich für das Jahr 2016 auf insgesamt 3227300 m3. Das bedeutet einen Zuwachs im Zeitraum 2012–2016 um 180000 m3 bzw. 5,9%, was einem durchschnittlichen Zuwachs von rund 1,5% pro Jahr entspricht. Die Bereiche Bauwesen sowie Möbel und Innenausbau tragen mit einem Zuwachs von 124000 m3 auf insgesamt 2489200 m3 wesentlich zum gestiegenen Gesamtvolumen bei.

 

Weiteres kräftiges Wachstum bei Mehrfamilienhäusern

 

Vergleicht man die Anzahl neugebauter Mehrfamilienhäuser in Holzbauweise im Jahr 2016 mit dem Jahr 2009, wird eine starke Zunahme in allen Grossenkategorien ersichtlich. Auffallend ist insbesondere die starke Zunahme der durchschnittlichen Baukosten pro Gebäude von Mehrfamilienhäusern mit fünf oder mehr Geschossen. Der Anteil von Holztragwerken bei Neubauprojekten von Mehrfamilienhäusern lag im Jahr 2016 bei 6%, bei An- und Umbauten bei 28,5%.

 

Insgesamt identifiziert die Studie mehrere Treiber für die deutliche Zunahme des Holzeinsatzes bei Mehrfamilienhäusern: Es wurden grundsätzlich deutlich mehr Mehrfamilienhaus-Projekte in Holzbauweise realisiert, die Projekte wurden zudem wesentlich grösser, und gleichzeitig sind auch die Marktanteile der Holzbauweise gestiegen.

 

Chancen für Schweizer Holz

 

Aspekte der Holzherkunft und der Verwendung von Schweizer Holz wurden bei der Erhebung der Daten besonders berücksichtigt. Experten-Workshops mit Schwerpunkt Schreinerei/Innenausbau sowie Holzbau/Einsatz im Aussenbereich bestätigten im Rahmen der Studie die höhere Nachfrage nach Schweizer Holz und wiesen gleichzeitig auf Herausforderungen bei dessen Verfügbarkeit hin.

 

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Interesse an der Holzherkunft im Baubereich gestiegen ist und in einigen Kundensegmenten zu einer erhöhten Nachfrage nach Schweizer Holz führt, so im gehobenen Segment der Wohnbauten, bei Gewerbebauten von Unternehmen mit nachhaltiger Ausrichtung und bei öffentlichen Bauten.

 


Link Forschungsprojekt Holzendverbrauch Schweiz