Wechsel bei Minergie
Christian Röthenmund (links) übernimmt von Franz Beyeler (rechts) die Geschäftsführung bei Minergie.
Bild Minergie
Christian Röthenmund absolvierte eine Lehre als Zimmermann und machte danach Abschlüsse als Bauführer SBA/TS und Marketingplaner. Es folgte ein betriebswirtschaftliches MBA-Studium an der Universität Luzern. Bevor er zu Minergie stiess, war er als Marketingdirektor in der Dämmstoffindustrie (Saint-Gobain Isover SA) tätig.
Organisatorisch wird sich mit dem Wechsel von Beyeler zu Röthenmund bei Minergie ebenfalls einiges ändern: Die Geschäftsleitung wurde durch Martial Bujard, Leiter Minergie Agentur französische Schweiz, und Milton Generelli, Leiter Minergie Agentur italienische Schweiz, erweitert, und es werden neu Fachbereiche unter kompetenter Leitung geschaffen, welche die Geschäftsleitung ihren Führungsaufgaben aktiv unterstützen sollen.
An Arbeit mangelt es nicht
‹Minergie ist ein einfacher und praxisorientierter Nachhaltigkeitsstandard der ersten Generation und hat aktiv mitgeholfen, die Schweiz zu einer energie- und verantwortungsbewussten Gesellschaft zu entwickeln. Diesen einzigartigen Erfolg wollen wir nutzen, um neue konkrete Instrumente für die Bauwirtschaft zu kreieren, die mithelfen sollen, die für die Schweiz so wichtige Energiewende zu schaffen›, so Röthenmund.
An Herausforderungen mangelt es nicht, unter anderem im Modernisierungsbereich: ‹All die Förderprogramme haben den Sanierungsstau in der Schweiz nicht aufgelöst›, gibt Röthenmund zu bedenken und kündigt für Minergie eine Weiterentwicklung der Strategie an, bei der insbesondere Qualitätssicherung, Bauerneuerung und das Monitoring der Energieflüsse im Gebäude eine grosse Rolle spielen werden.
Qualitätssicherung, Bauerneuerung und Monitoring
Mit präzisen Abnahmeprozessen und -dokumentationen sowie gezielten Weiterbildungspaketen soll die Basis für die Sicherung der Minergie-Qualität geschaffen werden. Ein pragmatisches Minergie-Messdatenmodell für Wohn- und Geschäftsbauten soll das Sammeln und Auswerten relevanter Daten erlauben, insbesondere bezüglich Raumkomfort (CO2, Raumtemperatur, relative Feuchte), Funktion der Haustechnik sowie Energiekonsum der einzelnen Verbrauchergruppen (z.B. Heizung, Kühlung usw.).
Die grösste Herausforderung der kommenden Jahre sieht Minergie aber bei der energetischen Modernisierung von Altbauten und dem schwindenden Fachwissen der Bauleute. Minergie beabsichtigt in enger Zusammenarbeit mit den entscheidenden Akteuren der Bauwirtschaft und der öffentlichen Hand, präzise Instrumente und Mechanismen zu entwickeln, die mithelfen, die komplexe Problemstellung Schritt für Schritt zu lösen.
Aufbau der Minergie International AG
Zumindest vorläufig bleibt der langjährige Geschäftsführer dem Verein Minergie erhalten, wenn auch mit reduziertem Arbeitspensum: Franz Beyeler übernimmt den Aufbau der Minergie International AG. ‹Wir erhalten immer mehr Anfragen aus dem Ausland, die wir bisher als zusätzliche Aufgaben in der Geschäftsstelle abgearbeitet haben. Mit der Gründung der Minergie International AG schaffen wir eine geeignete Struktur für den erfolgreichen Export. Der Verein Minergie engagiert sich dabei als Hauptaktionär. Damit ist sichergestellt, dass sich Minergie International im Sinn und Geist von Minergie Schweiz entwickelt.›
Link www.minergie.ch