Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Sporthalle Stein am Rhein: Auszeichnung für Schweizer Holz

Die HOGA-Sporthalle Stein am Rhein ist am vergangenen Samstag zur offiziellen Eröffnung mit dem ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz› ausgezeichnet worden. 81% des verbauten Holzes – nämlich 392 Kubikmeter – kommen aus Schweizer Wäldern. Davon stammen satte 370 Kubikmeter aus dem Steiner Stadtwald. Damit hat sich Stein am Rhein für ein rundum ökologisches Material aus lokalen Wirtschaftskreisläufen entschieden.

 

Auszeichnung für Schweizer Holz in Stein am Rhein


Oben: Dreifachsporthalle HOGA, Stein am Rhein, 2012–2014 (Bauherrschaft: Einwohnergemeinde Stein am Rhein; Planung: Leu Goller Architekten Gmbh, Schaffhausen; Holzbauingenieur: SJB Kempter Fitze, Frauenfeld; Holzbau: Blättler Holzbau GmbH, Affeltrangen). Unten: Stein am Rheins Stadtpräsidentin Claudia Pia Eimer ist sichtlich stolz auf das Zertifikat ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz›, das sie am 5. April 2014 für die HOGA-Halle in Empfang nehmen durfte.


Bilder Thomas Lüthi, Hasliberg

 


Das Forstamt Stein am Rhein fällte im Winter 2012/13 500 grosse Fichten im Steiner Wald. Das ergab rund 1000 m3 Stammholz, welche die mit dem Herkunftszeichen Schweizer Holz zertifizierten Sägereien Konrad Keller AG in Unterstammheim, Hedinger AG in Wilchingen sowie die Weber Säge- und Hobelwerk AG in Tobel TG zu Lamellen sägten.

 

Diese wurden getrocknet und dann von den Leimwerken Konrad Keller AG in Unterstammheim sowie der Hüsser Holzleimbau AG in Bremgarten AG zu grossen Holzträgern verleimt. Die vier Hauptträger, welche die Halle in Querrichtung überspannen, sind 30 m lang.

 

Holz kennt keinen Abfall

 

Unglaublich, aber wahr: Die geernteten 1000 m3 wachsen im Schweizer Wald in weniger als einer Stunde nach. Jeder Kubikmeter Holz bindet dabei eine Tonne des Treibhausgases CO2. Dieses bleibt der Luft für Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte entzogen, wenn aus den Bäumen im Wald langlebige Holzprodukte wie Möbel, Bodenbeläge, Innenausbauten oder ganze Häuser werden.

 

Wohin aber ist grosse Differenz zwischen den 1000 m3 Holz gegangen, die als runde Stämme aus dem Wald gekommen sind, und den 370 m3 Steiner Holz, die am Ende verbaut wurden? Das Volumen ist nicht verloren. Denn bei der Verarbeitung von Holz gibt es keine Abfälle. Was qualitäts-, dimensions- oder produktionsbedingt nicht für Bau, Innenausbau oder Möbel verwendet werden kann, wird anderweitig genutzt.

 

Das Material gelangt entweder in die Verpackungs-, die Werkstoff- oder die Zellstoffindustrie. Diese produzieren daraus Paletten, Span- und andere Platten, Papier und viele weitere holzbasierte Produkte. Oder aber es sorgt für Wärme – als hochwertiger und CO2-neutraler Energieträger, etwa in Form von Pellets oder Hackschnitzeln.

 

Dezente Erscheinung

 

Die neue HOGA-Dreifach-Sporthalle in Stein am Rhein tritt trotz ihrer Grösse von 45 m x 27 m x 8 m dezent in Erscheinung. Die Holzkonstruktion sorgt zusammen mit der Staffelung und der rhythmischen Gliederung der Fassade für eine harmonische Eingliederung in die Gesamtanlage auf dem Schulhausareal Hopfengarten.

 

Die Lignum dankt der Bauherrschaft für ihr Engagement zugunsten des heimischen Rohstoffes Holz und zeichnet die HOGA-Sporthalle Stein am Rhein mit dem Herkunftszeichen Schweizer Holz aus. Eine Plakette an einer Säule im Zuschauerbereich der Halle zeugt von der Auszeichnung.

 


Links www.sporthallehoga.ch | Informationen zu Schweizer Holz