Neuer Leitfaden zu zirkulärem Holzbau
Der Leitfaden «Kreislauffähiger Holzbau» wurde im Frühjahr 2026 im Rahmen des «Aktionsplan Holz» publiziert. (Bildquelle: Pirmin Jung AG)
Rund ein Drittel der CO2-Emissionen in der Schweiz sind auf die Baubranche zurückzuführen. Bauabfälle machen zudem etwa 80 Prozent am Abfallaufkommen aus. Auch der Holzbau ist daran beteiligt. Gemäss unterschiedlicher Schätzungen fallen jährlich zwischen 320 000 und 380 000 Tonnen Altholz aus dem Hochbau an. Ein grosser Teil davon wird heute thermisch verwertet. Darin gespeicherter Kohlenstoff gelangt dann als CO2 in die Atmosphäre. Der neue Leitfaden zum kreislauffähigen Holzbau zeigt auf, wie solche Emissionen zu verhindern und der Baustoff Holz möglichst lange im Kreislauf bleiben kann.
Kreislauffähig ab Planungsphase
Je einfacher Bauteile demontiert, sortiert und wiederverwendet werden können, desto wirtschaftlicher wird eine Wiederverwendung. Weshalb mechanische Verbindungen gegenüber geklebten oder geklammerten Varianten im Vorteil sind. Die Art der Verbindung entscheidet über eine mögliche direkte Wiederverwendung eines Bauteils oder ob Mischabfälle entstehen, die auch eine Wiederverwertung erschweren. Auf der Ebene des Gebäudes ist insbesondere die Systemtrennung zu beachten, wobei in erster Linie das Tragwerk von den Schichten Ausbau oder Haustechnik zu trennen ist, um kurzlebigere Elemente effizienter austauschen zu können.
Dokumentation macht den Rückbau planbar
Eine Schlüsselrolle für die Kreislauffähigkeit nimmt die Bauwerksdokumentation ein. Sie sichert die Auffindbarkeit von Bauteilelementen und Verbindungsmitteln und bildet die Grundlage für digitale Materialpässe und Urban-Mining-Konzepte. Da der Holzbau aufgrund eines hohen Vorfertigungsgrades ohnehin detaillierte Produktions- und Montagepläne erstellt, entsteht dafür kein wesentlicher Zusatzaufwand. Wie sich die Prinzipien in gebauten Projekten niederschlagen, zeigt der Leitfaden anhand von zwei Fallbeispielen: das «Haus des Holzes» in Sursee und das Studierendenwohnheim Collegium Academicum in Heidelberg.
Der Leitfaden wurde durch das Förderprogramm Aktionsplan Holz des BAFU (Bundesamt für Umwelt) unterstützt. Die Autoren stützten sich in mehreren Punkten auf Lignum-Grundlagen. Dazu zählen «Wiederverwertung von Bauholz für tragende Zwecke» und «Projektabwicklung mit BIM im Holzbau» aus der Lignatec-Reihe sowie das Lignum Magzin «Werthaltig Bauen mit Holz».
Links: Pirmin Jung AG | Leitfaden kreislauffähiges Bauen | Aramis