Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Neue Brandschutzvorschriften gehen in Vernehmlassung

Das Projekt Brandschutzvorschriften 2026 tritt in eine entscheidende Phase: Seit 15. September läuft die technische Vernehmlassung. Die überarbeiteten Vorschriften sind vom Steuerungsausschuss genehmigt. Nun steht allen interessierten Kreisen die Kommentierung offen. Rückmeldungen sind bis 11. Januar 2026 möglich.

Um den Einstieg und die Orientierung im neuen Vorschriftenwerk zu erleichtern, stellt die VKF vier kompakte Erklärvideos zur Verfügung.
Ins Bild klicken, um zu den Videos zu gelangen
 

Die neue Fassung der Brandschutzvorschriften 2026 setzt auf einen risikoorientierten Ansatz und fördert eine wirksame sowie verhältnismässige Umsetzung. Die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF lädt alle Interessierten ein, sich am Prozess zu beteiligen und ihre Rückmeldungen einzubringen.

Mit klar definierten Schutzzielen soll der Brandschutz zukünftig noch effizienter und flexibler gestaltet werden. Dabei garantiert er weiterhin schweizweit höchste Sicherheitsstandards. Die Vorschriften werden praxisorientiert und einfach anwendbar sein. Sie beinhalten diverse Vereinfachungen, etwa bei Fluchtwegen, Nachweisverfahren und beim Umgang mit spezifischen Gefährdungen.


Nachvollziehbarkeit grossgeschrieben

Die Brandschutzvorschriften 2026 zeichnen sich durch eine klare Struktur entlang der Systemeigenschaften Gebäude, Nutzer und Nutzung aus. Neu ist vor allem die konsequent risikoorientierte Herangehensweise unter Einführung quantitativer Risikoakzeptanzkriterien. Massnahmen sind explizit an Schutzziele gekoppelt. Das ist in dieser Form international derzeit einzigartig.

Die neue Vorschriftengeneration stärkt die aktive Auseinandersetzung mit Risiken und damit die Eigenverantwortung. Die Kosten notwendiger Massnahmen müssen hinsichtlich Risikoreduktion ein verhältnismässiges Mass aufweisen. Im Zug der Projektarbeit für die neuen Vorschriften wurden sämtliche Anforderungen der Vorschriftengeneration 2015 auf ihre Wirkung mit Blick auf definierte Schutzziele bewertet.


Lignum-Dokumentation Brandschutz wird nachgeführt

Die Brandschutzvorschriften 2026 bieten drei Nachweisverfahren an. Sie sind flexibel anwendbar, lassen sich kombinieren und sind methodisch aufeinander abgestimmt. Das präskriptive Nachweisverfahren basiert auf vordefinierten Massnahmenpaketen für typische Kombinationen aus Systemeigenschaften und Gefährdungen. Das leistungsbasierte Verfahren führt den Nachweis der Erfüllung funktionaler Anforderungen über Leistungskriterien, das risikobasierte führt einen direkten Nachweis des geforderten Sicherheitsniveaus anhand der Risikoakzeptanzkriterien.

Prozesse, Terminologien und Zuständigkeiten wurden gegenüber der geltenden Vorschriftengeneration 2015 gestrafft und vereinheitlicht. Wichtig ist: Es braucht in der Umsetzung künftig nicht mehr Leute als bisher. Rollen und Funktionen in den Brandschutzvorschriften lassen sich wechseln oder kumulieren. Die bisherigen Stand-der-Technik-Papiere als Mittler zur Praxis wird es weiterhin geben als ‹Regelwerke Dritter›. Dazu zählt auch die Lignum-Dokumentation Brandschutz. Deren wichtigste Teile werden nach dem Vorschriftenwechsel prioritär erneuert.


Link Vernehmlassungsunterlagen