Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Lignum-Delegierte zu Gast im Greyerzerland

Am 20. Mai trafen sich die Lignum-Delegierten zu ihrer Frühlingsversammlung im Espace Gruyère in Bulle im Kanton Freiburg. Die Rechnung 2026 wurde genehmigt und zwei Mitglieder des Vorstands wiedergewählt. Am Nachmittag stand eine Führung bei der Despond SA in Bulle auf dem Programm.

Philippe Demierre, der Staatsratspräsident des Kantons Freiburg, überbringt ein Grusswort. In der Mitte Jakob Stark, Präsident der Lignum, links Jean-François Rime, VRP der Despond SA. (Bildquelle: Lignum)

 

Bulle im Greyerzerland ist nicht nur bekannt für den weltberühmten Käse, sondern innerhalb der Holzbranche auch für den Salon Bois, der jeweils im Espace Gruyère durchgeführt wird (zum nächsten Mal im Frühling 2027). An ebendiesem Veranstaltungsort trafen sich die Delegierten der Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, am 20. Mai 2026 zur Frühlingsversammlung.

Ständerat und Lignum-Präsident Jakob Stark eröffnete diese mit der Begrüssung, insbesondere auch der anwesenden Gäste. Unter ihnen befanden sich als politische Vertreter der Präsident des Staatsrats des Kantons Freiburg, Philippe Demierre, und der neue Stadtpräsident von Bulle, Maxime Pasquier, sowie aus dem Nationalrat Gerhard Andrey, Nadine Gobet, Nicolas Kolly und Yvan Pahud. Jakob Stark zeigte sich erfreut über den hohen Besuch, der die Bedeutung der lokalen Holzwirtschaft unterstreicht. Er ging anschliessend kurz auf die wichtigsten Themen ein, die die Lignum derzeit beschäftigen, insbesondere die Integrale Wald- und Holzstrategie und das Entlastungspaket des Bundes, und unterstrich die Bedeutung der guten Zusammenarbeit in der Holzkette.

Danach folgte ein Grusswort des neuen Stadtpräsidenten von Bulle, Maxime Pasquier, in welchem er den Leistungen der Holzkette Respekt zollte und ihre grosse Bedeutung für Bulle und ihre lange Tradition, aber auch ihre Innovationskraft, betonte. Aber das müsse er den Holzprofis ja nicht erklären, «Sie erkennen das Holz am Geruch, ich muss noch die Etikette lesen», meinte er scherzhaft.

Gilberte Schär, Präsidentin Lignum Fribourg-Freiburg, begrüsste die Teilnehmenden ebenfalls mit einigen Bemerkungen zu den Besonderheiten des Kantons, darunter die Wichtigkeit von Wald und Holz, aber auch der hier gelebten Zweisprachigkeit – und hielt ihre Begrüssung denn auch zweisprachig: «Der Respekt vor einer Kultur, die von der eigenen abweicht, ist der Schlüssel zu Lebensqualität».

Wiederwahl von Reinhard Wiederkehr und Robert Schmidlin in den Vorstand

Die reglementarischen Geschäfte konnten anschliessend schnell und allesamt einstimmig erledigt werden: Das Protokoll der Versammlung vom 24. November in Stammheim wurde von den 34 anwesenden Delegierten genehmigt, ebenso der Jahresbericht und die Rechnung 2025. Diese schliesst mit einem frei verfügbaren Nettogewinn von CHF 11'046, was von der Revisionsstelle, Caminada Treuhand in Zürich, in ihrem Bericht so bestätigt wurde. Folglich wurden die Organe entlastet. Der Beschluss zur unveränderten Beibehaltung der Beiträge der Vorstands- und Mitgliederverbände für die Jahre 2027–2030 auf dem bisherigen Niveau wurde einstimmig angenommen.

Anschliessend standen die Vorstandswahlen auf dem Programm: Reinhard Wiederkehr wurde als Vizepräsident und Robert Schmidlin als Vertreter der Direktmitglieder für eine weitere Amtsperiode von 4 Jahren im Vorstand der Lignum bestätigt. Beide bedankten sich in einer kurzen Wortmeldung für das ausgesprochene Vertrauen.

Weiterhin viel Brandschutzkompetenz bei den Delegierten der Direktmitglieder

Jakob Stark informierte anschliessend über einen Wechsel bei den Delegierten der Direktmitglieder: Hanspeter Kolb, der dieses Amt seit 2008 innehatte, tritt zurück. Er hat die Lignum mit seinem grossen Wissen und Netzwerk aktiv unterstützt und mitgetragen. Das Engagement für die Holzkette wurde ihm mit einer kleinen Holzkuh aus Schweizer Holz als symbolisches Geschenk verdankt. Hanspeter Kolb bezeichnete sich in seinem Dankeswort als «Glückspilz», da er sein Leben und seinen Beruf seiner Passion widmen durfte und nun gesund in den Ruhestand treten könne.

Kolbs Nachfolge übernimmt Isabel Engels. Sie ist Professorin für Brandschutz an der BFH und Brandschutzexpertin VKF. Mit ihr darf die Lignum im Kreis der Direktmitglieder wiederum auf eine hochkarätige Besetzung zählen.
 

Lignum-Präsident Jakob Stark verabschiedet den langjährigen Delegierten der Direktmitglieder, Hanspeter Kolb; vorne sitzend Sandra Burlet, die Direktorin der Lignum. (Bildquelle: Lignum)

 

Wichtigste Aktivitäten der Lignum-Geschäftsstelle

Lignum-Direktorin Sandra Burlet gab in der Folge einen Kurzüberblick der Aktivitäten im Jahr 2026 der Lignum-Geschäftsstelle. Man darf auf einen erfolgreichen Auftritt an der Swissbau 2026 mit sieben gut besuchten Veranstaltungen zurückblicken. Im politischen Bereich werden aktuell namentlich die EUDR (European Deforestation Regulation), die Revision des Bauproduktegesetzes und das Entlastungspaket des Bundes für die Jahre 2027–29 intensiv bearbeitet. Bei den Publikationen widmet das vierteljährlich erscheinende Holzbulletin je eine Ausgabe den Themen Holz erleben, Hochhaus, Kleinbauten und Gewerbe/Industrie. In der Reihe Lignatec ist eine Publikation zur Raumakustik vorgesehen, dazu ein Lignum Compact zum Holzschutz. Daneben laufen im Bereich der Dokumentationen die Arbeiten zur Robustheit, zur nächsten Generation der Holzbautabellen und zur Überarbeitung der Brandschutzverordnung.

Besichtigung der Despond SA in Bulle

Nach dem reglementarischen Teil begaben sich die Delegierten zum Apéro, wo der inzwischen ebenfalls aus dem Parlament dazugestossene Staatsratspräsident Philippe Demierre einige Worte sprach. «Holz ist essentiell für Fribourg, und eine lange Liebesgeschichte», meinte er.

Nach dem Mittagessen lud das Lignum Vorstandsmitglied und Präsident von Holzindustrie Schweiz, Jacques Rime, zur Besichtigung der Despond SA ein, deren Areal direkt neben dem Veranstaltungsort liegt und deren Geschäftsleitung er als Mitinhaber verantwortet. Die Despond SA wurde 1896 gegründet und 1978 von Pierre und Jean-François Rime übernommen, wobei letzterer bis heute als Verwaltungsratspräsident amtet. Seither wurden ca.40 Mio. CHF investiert. Heute liegt der Schwerpunkt der Produktion auf der Sägerei mit einem Einschnitt von etwa 150’000 Festmetern – sie ist damit eine der grössten in der Schweiz. Etwa 40 Personen verarbeiten fast ausschliesslich Schweizer Fichte und Tanne zu Schnittholz und Hobelwaren. Hauptabnehmer sind Industrie und Handel.