Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Holzbau-Kongress in Berlin bot Nähe zur Bundespolitik

Der 7. Deutsche Holzbau-Kongress fand Mitte April in Berlin statt. Unter dem Motto «Bauen mit Holz im urbanen Raum» traf sich der deutsche Holzbau mit Vertretern und Vertreterinnen des Immobilienwesens, der Architektur und der Forschung. Thema war auch die Schieflage der deutschen Bauwirtschaft. Dafür bot hochkarätiger Besuch aus der Bundesregierung Dialog.

Symbolbild (Bildquelle: Forum Holzbau / Jan Kulke)

 

In seinem Grusswort wies der Präsident des Hauptverbandes der Holzindustrie (HDH), Carsten Merforth, auf die schwache Bautätigkeit in Deutschland hin. Der gestiegene Marktanteil von Holzbauten sei zwar erfreulich, doch das geringe Gesamtbauvolumen eine Herausforderung für den Holzbau, genauso wie für Sägereien, Schreinereien oder Parketthersteller.

Merforth wünsche sich deshalb Massnahmen aus der Politik, die dem gesamten Bausektor zugutekämen, und ausdrücklich Förderinstrumente, die die CO2-Bilanzierung von Holz besser berücksichtigten. Damit war auch Holz aus den heimischen Wäldern gemeint. Denn dieses sei knapp. Die deutsche Holzindustrie leide unter Rohholzmangel, obwohl genügend Holz nachwachse und 40% des Waldes in Deutschland überhaupt nicht bewirtschaftet würden, so Merforth.
 

Besuch aus der Regierung

Der Kongress sollte der deutschen Holzwirtschaft ein Forum nahe der Bundespolitik bieten. Dies gelang insbesondere mit den Gastreden von Verena Hubertz, Ministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, sowie von Alois Rainer, Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Der Bundesforstminister Rainer war in erster Linie in seiner Funktion als Schirmherr des «Bundeswettbewerb Holzbau-Plus 2025/26» anwesend und gratulierte den anwesenden Preisträgern der zehn ausgezeichneten Projekte.

Ein erster Höhepunkt des Kongresses war das Grusswort der Bundesbauministerin Hubertz und das anschliessende Podiumsgespräch mit Dr. Denny Ohnesorge, Hauptgeschäftsführer des HDH. Dabei bemühte sich die Ministerin, die düsteren Aussichten der deutschen Bauwirtschaft mit dem Hinweis auf die geplanten Regierungsmassnahmen aufzuhellen, beispielsweise mit dem «Gebäudetyp E». Damit wird ein Planungsansatz zum vereinfachten Bauen beschrieben, mit dem auf nicht zwingende Standards verzichtet werden kann. Solche Massnahme begrüsste bereits Merforth in seiner Ansprache zuvor, wies jedoch ausdrücklich auf die rechtliche Sicherheit hin. Abweichungen von anerkannten Regeln der Technik dürften im Streitfall nicht als Mangel auf die Hersteller zurückfallen.
 

Bauen mit Holz im urbanen Raum

Im Verlauf des zweitägigen Kongresses wurden die Perspektiven des Holzbaus mit Fokus auf den urbanen Raum besprochen. Die Themenblöcke widmeten sich einerseits dem Wandel in der Baubranche und seinen Herausforderungen wie der Klimaneutralität und Re-Use-Methoden, auch mit Schweizer Beteiligung. So erklärte Urs Luginbühl, technischer Leiter des Vereins Senke Schweizer Holz, das Schweizer Klimaschutzgesetz der Berliner Kongressgemeinschaft.

Andererseits wurde über die technischen Chancen des Holzbaus für die allgemeine Bauwirtschaft gesprochen, wie das Bauen mit Holz in die Höhe und die Aufstockung und Umnutzung mit serieller Holzbauweise. Rund 650 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zählte die siebte Ausgabe des Kongresses in der deutschen Bundeshauptstadt. Für die kongressbegleitende Fachausstellung fanden sich 64 Unternehmen rund um den Holzbau ein.
 

Link: Rückblick Holzbau Forum