Neue Holz-Hingucker im Gebirge
Umgebaute Domhütte (oben), geplante Hörnlihütte (unten)
Bilder domhuette.ch (oben)| hörnlihütte2015.ch/Architekten (unten)
Die beliebte Domhütte der Zürcher Sektion Uto des SAC liegt im Mattertal auf 2940 m über Meer. 1890 erbaut, wurde sie immer wieder umgebaut und erweitert, erstmals 1919, dann 1957 und erneut 1978 – so stark war die Anziehungskraft des höchsten ganz auf Schweizer Boden stehenden Berges.
Nun ist die Domhütte nach Plänen von Galli & Rudolf Architekten AG (Zürich) total umgebaut und heutigen Anforderungen angepasst worden. Sie verfügt jetzt über einen grossen Essraum für 75 Gäste, Mehrbettzimmer mit Duvets und einen grosszügigen Eingangsbereich. Wasch- und WC Anlagen sind in die Hütte integriert, eine Dusche steht zur Verfügung. Die Hütte wird diesen Sommer neu eröffnet; am kommenden Sonntag findet das Einweihungsfest statt.
Holzbau zum Jubiläum der Matterhorn-Erstbesteigung
Ein Ergänzungsbau aus Holz wird ab 2015 auch die neue Erscheinung der Hörnlihütte prägen, die am vermutlich meistfotografierten Berg der Schweiz steht: am Matterhorn. Seit über 130 Jahren ist die 1880 errichtete Hütte auf 3260 m über Meer auf den Ausläufern des Hörnligrates Ziel und Ausgangspunkt für Matterhorn-Wanderer und Besteiger, das Berghaus Matterhorn seit 101 Jahren. Beide Häuser genügen heutigen Anforderungen trotz mehrmaligem Umbau nicht mehr.
Im Hinblick auf das 150-Jahr-Jubiläum der Erstbesteigung des Matterhorns 2015 hat sich die Burgergemeinde Zermatt zusammen mit der Stiftung ‹Hörnlihütte 2015› entschieden, die Hörnlihütte zu sanieren und das Berghaus Matterhorn (Belvédère) mit einem Umbau den heutigen Ansprüchen an Umweltverträglichkeit, Sicherheit, Hygiene und Funktionalität anzupassen. Nach dem Umbau werden die Hörnlihütte und das Belvédère eine Einheit bilden. Damit eine umfassende Sanierung beider Häuser möglich ist, hat die SAC-Sektion Monte Rosa beschlossen, die Hörnlihütte an die Burgergemeinde Zermatt abzutreten.
Optimiertes Gesamtsystem
Leitlinie für den Umbau ist Nachhaltigkeit. ‹Für die Erneuerung der Hörnlihütte dient uns der Bergsteiger als Vorbild›, sagt Architekt Hans Zurniwen von der Arnold Perren Zurniwen Gmbh in Zermatt. ‹Er ist ein robuster Geselle, der im unwegsamen Gelände unter schwierigen klimatischen Verhältnissen sein Ziel erreicht und wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt›.
In diesem Sinne werden bei der Hörnlihütte nicht primär einzelne Komponenten der Gebäudehülle, der Gebäudetechnik oder der Energieerzeugung ausgereizt. Das Ziel ist die Optimierung des Gesamtsystems unter Berücksichtigung aller Wechselwirkungen sowie Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Elementen.
Der Umbau soll wesentlich zu einer Verminderung der Umweltbelastung beitragen, namentlich durch eine Verbesserung der Energiebilanz und durch die Realisierung eines umweltfreundlichen Konzeptes für die Wasserver- und -entsorgung. Die Kosten für die Sanierung und den Erweiterungsbau belaufen sich auf etwa CHF 8 Mio.