Holz für die neue BLS-Werkstätte in Bern
Projekt Neubau BLS-Werkstätte Chliforst, Bern
Bauherrschaft: BLS Netz AG, Bern
Gesamtleitung: ARGE pool Architekten und b+p baurealisation ag, Zürich
Architektur: pool Architekten, Zürich
Bauingenieurwesen inklusive Holzbau: Ferrari Gartmann AG, Chur
Landschaftsarchitektur: Krebs und Herde Landschaftsarchitekten BSLA, Winterthur
Baumanagement: b+p baurealisation ag, Bern
Brandschutz: Makiol Wiederkehr AG, Beinwil a. S.
Visualisierungen Architekten
Die BLS plant in Bern den Neubau einer Werkstätte für die leichte Instandhaltung, die 2025 in Betrieb gehen soll. Die Werkstätte am neuen Standort Chliforst Nord wird als Ersatz für den Berner Standort Aebimatt dienen, der ab 2020 der BLS nicht mehr zu Verfügung stehen wird. Die neue Werkstätte liegt an der Bahnstrecke Bern–Neuenburg, auf Gemeindegebiet der Stadt Bern westlich des Weilers Riedbach.
Die BLS steht noch ganz am Anfang der Planung. Vorgesehen ist, 2023 mit dem Bau der neuen Werkstätte zu beginnen und diese 2025 in Betrieb zu nehmen. Wichtig wird dabei der dauernde Dialog mit verschiedenen Anspruchsgruppen rund um den gewählten Standort des Neubauprojekts sein, denn dieser war trotz sorgfältiger Evaluation von Anfang an umstritten (Lignum Journal vom 22.9.2016). Die BLS bekräftigt, dass sie mit Landbesitzern, Anwohnern und Interessengruppen im Gespräch bleiben will.
Rundum überzeugendes Siegerprojekt
Seit Mai 2018 haben fünf Teams an Projekten für den Bau der neuen Werkstätte im Westen Berns gearbeitet. Darin waren Architekten, Ingenieure und Umweltspezialisten vertreten. Das Beurteilungsgremium – zusammengesetzt aus externen Fachexperten verschiedener Disziplinen, einer Vertretung der Stadt Bern sowie BLS-Delegierten – hat sich nun einstimmig für das Projekt der Arbeitsgemeinschaft pool Architekten/b+p baurealisation AG (Zürich) entschieden.
Das Beurteilungsgremium sieht in diesem Projekt eine überzeugende Antwort auf die landschaftliche Einbettung, aber auch auf die geforderte Funktionalität. Die Gebäudestrukturen schüfen genügend Stabilität und Flexibilität, um sich in den folgenden Planungsphasen weiterzuentwickeln, aber auch um auf sich ändernde Nutzungsanforderungen reagieren zu können. Das Projekt verspreche ausserdem einen Ort zu schaffen, der als Teil einer ökologisch sinnvollen Infrastruktur wahrgenommen werde.
Wirtschaftliche und nachhaltige Konstruktion
Das schnörkellose Hallentragwerk aus einem Holzdach auf Stahlstützen baut auf einem Regel-Stützenraster von 16 x 8,7 m auf. Die grössere Spannweite in Hallenlängsrichtung wird von durchlaufenden Zwillingsträgern mit 1,1 m Höhe bewältigt. Die Deckenfelder zwischen den Längsträgern werden durch auskragende Holzelemente in Verbindung mit durchlaufenden Balken im Abstand von 5,5 m überspannt. Die lichte und warme Arbeitsatmosphäre im Innern wird vom sichtbaren Holz geprägt.
Der rationelle und aufs Wesentliche reduzierte Materialeinsatz mit geringem Stahlverbrauch und hohem Holzanteil überzeugte das Beurteilungsgremium im Bereich graue Energie. Aufgrund der Anwendung von günstigen Materialien und einfachen statischen Systemen könne der Hochbau wirtschaftlich realisiert werden. Der äussere Ausdruck des Gebäudes erscheint schlicht. Es fügt sich in den Augen des Beurteilungsgremiums mit seiner differenzierten Verkleidung aus grünlich lasiertem Holz gut in die Umgebung ein.
Links www.bls.ch | www.poolarch.ch | www.bp-baurealisation.ch