Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Hitzesommer setzt Laubbäumen zu

Der Kronenzustand der Laubbäume im Schweizer Wald hat sich 2026 deutlich verschlechtert, während die Nadelbäume weitgehend stabil blieben. Das zeigt das aktuelle Sanasilva-Bulletin der WSL. Besonders auffällig ist der Anteil abgestorbener Laubbäume.

Lindenbestand in der Nähe von Twann am Jurasüdfuss anfangs Juli 2026. (Bildquelle: Joel Sames)

 

Die mittlere Kronenverlichtung der Laubbäume stieg laut der jährlichen Sanasilva-Inventur der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL von 24,8 auf 29,7 %. Bei Bäumen, die bereits im Vorjahr erfasst wurden, entspricht das einem Plus von 6,3 %, dem zweitstärksten Anstieg seit Beginn der Beobachtungen. Noch deutlicher fällt der Befund bei der Mortalität aus: 5 % der Laubbäume und 1,9 % aller Bäume starben ab, so viele wie in keinem Jahr der Messreihe zuvor. Betroffen waren vor allem Laubbäume, deren Krone schon im Vorjahr deutlich geschädigt war.

Die WSL führt die Entwicklung zumindest teilweise auf die Witterung zurück. 2026 folgte auf den drittwärmsten Frühling der heisseste Sommer seit Messbeginn 1864. Hinzu kamen die aussergewöhnliche Trockenheit, der überdurchschnittlich warme Sommer 2025 und eine kräftige Samenbildung, die die Belaubung lockert: 37 % der Laubbäume trugen Samen, im Vorjahr waren es 21 %. Insekten- oder Pilzbefall dürften dagegen kaum eine Rolle gespielt haben.

Wie stark die Bäume durch den trockenen und heissen Sommer 2026 tatsächlich geschwächt wurden, lässt sich erst mit der Inventur 2027 beurteilen, da sich direkte Folgen meist erst im Folgejahr in einer verminderten Laubneubildung zeigen. Der frühe Laubfall kann die Bäume zusätzlich belasten, weil sie weniger Reservestoffe aus den Blättern zurückholen können. Das gilt besonders für die Buche. Langfristig nimmt die Kronenverlichtung seit 1990 zu, bei den Laubbäumen mit 7,9 % doppelt so stark wie über alle Baumarten hinweg und in tiefen Lagen deutlich stärker als in hohen.
 

Link: WSL