Hitze, neue Schadorganismen und Hoffnung für die Esche
Ahorne mit wulstigen Nekrosen in einem Stangenholzbestand in Staufen (AG). (Bildquelle: Waldschutz Schweiz)
Der Sommer 2025 zählte zu den sieben heissesten seit Messbeginn. In Kombination mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen im Frühjahr führte dies im Mittelland ab August zu vorzeitigen, allerdings räumlich begrenzten Blattverfärbungen bei Buche, Linde, Eiche, Kirsche und weiteren Arten. Da sich die Witterung nach der Hitzewelle rasch normalisierte, rechnet die WSL nicht mit bleibenden Schäden.
Deutlicher zeigt sich der Trend bei komplexen Krankheitsbildern: An Bergahorn wurden an mehreren Standorten Mehrfachinfektionen durch Pilze sowie Bakterien nachgewiesen. Auf einer Fläche in Staufen (AG) war praktisch der gesamte Bergahornbestand betroffen und stark entwertet. Noch sind die Auslöser der Mehrfachinfektionen nicht geklärt, das WSL zählt jedoch vorangegangen Trockenstress zu den möglichen Auslösern.
Erstmals auffällige Schäden durch Kiefernblutzikade
Auch bei den Schadorganismen zeigen sich neue Entwicklungen. Im Jurabogen verursachte die wärmeliebende Kiefernblutzikade erstmals Saugschäden im Wald an Schwarz- und Waldföhren. In Tuggen (SZ) wurde mit rund 80 befallenen Bäumen der bislang grösste bekannte Befall des aus Nordamerika stammenden Ahornstammkrebses entdeckt; die Bäume werden im Rahmen der regulären Durchforstung entfernt.
2025 fand zudem erstmals schweizweit flächendeckend die Gebietsüberwachung von acht besonders gefährlichen Quarantäneorganismen statt, darunter der Asiatische Laubholzbockkäfer. Die beiden bekannten Freilandbefälle dieses Schädlings in Zell (LU) und Pierrafortscha (FR) stehen weiterhin unter Kontrolle und Tilgung. Aus dem Südtessin liegt zudem ein Fotobeleg des invasiven Bockkäfers Psacothea hilaris vor, der in Norditalien bereits etabliert ist; ein Tier wurde jedoch nicht gefangen, weshalb 2026 ein gezieltes Monitoring am Fundort folgt.
Hoffnung für die Esche
Positive Signale gibt es bei der Esche: Trotz des seit 2008 grassierenden Eschentriebsterbens sank die Zwangsnutzung von Eschenholz 2025. Mehrere identifizieren zunehmend resistente Eschengenotypen und untersuchen die Mechanismen hinter dieser Widerstandsfähigkeit. Waldschutz Schweiz empfiehlt deshalb, Eschen, wo immer möglich, im Bestand zu belassen, um die genetische Vielfalt der Baumart langfristig zu erhalten.