HIS-Tagung bringt Anspruchsgruppen des Waldes zusammen
Andreas Rudow während seiner Präsentation an der HIS-Veranstaltung. (Bildquelle: Holzindustrie Schweiz)
Vor gut 150 Fachpersonen eröffnete Andreas Rudow, Leiter der Gruppe Dendrologie und Vegetationskunde in der Professur für Waldökologie an der ETH Zürich. Er bescheinigte den hiesigen Baumarten wegen der genetischen Diversität generell eine gute Anpassungsfähigkeit – vor allem, wenn sie jung seien. Das gälte auch für Fichte und Tanne. Doch für Rudow entscheidend ist die variantenreichere Zusammensetzung des Waldes. Weshalb sich die Holzindustrie langfristig auf ein anderes Sortiment einstellen müsse.
Kürzere Umtriebszeit mit Konzept
Ähnlich klingt es bei Christian Rosset und Bernhard Pauli, Dozenten an der HAFL. Die Baumbestände gelte es zu verjüngen, um die Resilienz zu erhöhen. Ihrer Ansicht nach werde sich die Zukunft von Fichte und Tanne erst dann zeigen. Eine kürzere Umtriebszeit und eine aktive Anpassung des Waldbestandes seien dafür wesentlich. Auch Beat Zaugg, Präsident der Berner Waldbesitzer, spricht sich für eine kürzere Umtriebszeit und eine Risikoverteilung auf verschiedene Baumarten aus. Entscheidend sei ein klares Bewirtschaftungskonzept der Waldbesitzer, die dafür ausreichend Handlungsspielraum seitens der Forstbehörden bräuchten.
Der Dialog funktioniert
Zur grossen Runde lud am Nachmittag Michael Gautschi, Direktor von HIS. Dabei kamen unter anderem Ueli Meier, ehemaliger Kantonsförster beider Basel, und Michael Reinhard, Abteilungsleiter Wald beim BAFU, zu Wort. Ebenfalls Teil der Runde war Thomas Lädrach, Geschäftsführer von Olwo AG. Er machte darauf aufmerksam, dass sich die Holzindustrie in der Regel dort niederliesse, wo es Ressourcen gibt. Was auch als Signal an die Waldbesitzer gelesen werden könne, sich auch an den Bedürfnissen der Holzwirtschaft zu orientieren.
Die HIS zeigte sich als Veranstalterin zufrieden. Die grossen, relevanten Anspruchsgruppen des Waldes kamen zu Wort und fanden in den Dialog. Somit erreichte die Veranstaltung das gesteckte Ziel, über Verbandsgrenzen hinweg ein gemeinsames Verständnis für einen zukunftsfähigen Waldbau zu schaffen.
Link: HIS-Medienmitteilung