Forstschutz und Verarbeitung von Käferholz haben Priorität

Die Schweizer Holzmarktkommission hat am 25. Juni getagt. Waldbesitzer wie Holzverarbeiter sind sich einig, dass die Bekämpfung der Waldschäden und die rasche Verarbeitung des anfallenden Käferholzes jetzt an erster Stelle stehen müssen. Beide Parteien empfehlen weiterhin Preisstabilität, rechnen jedoch mit deutlich sinkenden Preisen bei den schlechteren Sortimenten.

In den Schweizer Wäldern fallen Unmengen an Schadholz an; die Verwertung gestaltet sich schwierig.
Bild WaldSchweiz/Jaquemet

 

 

Die Waldholzlager mit letztjährigem Sturm- und Käferholz sind inzwischen mehrheitlich abgebaut. Die Borkenkäfer waren dank der kühlfeuchten Witterung im Mai bis vor kurzem noch nicht so aktiv wie befürchtet. Es ist jedoch eine hohe Populationsdichte vorhanden, und aktuell breitet sich der Käfer sehr schnell aus.

 

Es sind flächig Einzelbäume und zunehmend auch ganze Bestände betroffen, welche jeweils rasch geerntet werden müssen. Unter den Zwangsnutzungen befinden sich ausserordentlich viele Weisstannen, die infolge von Trockenheit und Befall durch den krummzähnigen Weisstannenborkenkäfer abgestorben sind.

 

Auch bei der Föhre und Lärche hat die Waldwirtschaft mit Ausfällen zu kämpfen. Erhöhte Schadholzmengen sind auch beim Laubholz zu beobachten. So zeigen sich Trockenschäden bei Buchen und Eichen, und das Eschentriebsterben ist nach wie vor sichtbar.

 

Weiterhin gesättigter Nadelrundholzmarkt

 

Der europäische Nadelrundholzmarkt ist aufgrund des Sturm- und Käferholzes immer noch gesättigt, wobei es regionale Unterschiede gibt. Die Lager in den Sägereien sind nach wie vor gut gefüllt, was die Aufnahmefähigkeit für neues Holz begrenzt.

 

Die Schweizer Sägewerke sind angesichts der schwierigen Lage bereit, in den kommenden Wochen vor allem Käferholz anzunehmen und auf die Bestellung von frischem, unbefallenem Holz weitestgehend zu verzichten.

 

Die Marktpartner rechnen mit deutlich sinkenden Preisen bei schlechten Qualitäten bzw. Käferholz. Sägerei-Restholz kann gut abgesetzt werden, allerdings zu teilweise tiefen Preisen (Hackschnitzel). Wegen der Schliessung von Pavatex ist kurzfristig zuviel Restholz auf dem Markt.

 

Produktionsschwankungen in Menznau

 

Bei Swiss Krono in Menznau hat ein zweiwöchiger, technisch bedingter Produktionsstillstand zu einer reduzierten Annahme geführt. Das Unternehmen gibt bekannt, dass die bestehenden Verträge mit den Lieferanten von Wald-Industrieholz deshalb voraussichtlich nur zu 90% eingehalten werden können.

 

Die Nachfrage nach Holzwerkstoffplatten ist hingegen sehr gut. Swiss Krono Schweiz beabsichtigt, den Frischholzanteil auf 100% zu erhöhen (zulasten von Recyclingholz) und dabei vor allem auf Schweizer Holz zu setzen. Dazu sollen entsprechende Verträge mit den Lieferanten abgeschlossen werden.

 

Augenmerk auf Borkenkäferbefall richten

 

Der Fokus der nächsten Wochen und Monate muss zwingend auf dem Forstschutz liegen, um die weitere Ausbreitung der Käferpopulation einzudämmen. Die Forstschutzmassnahmen sind möglichst zeitnah auszuführen. Holz aus Zwangsnutzungen soll jedoch nur aufgerüstet werden, wenn der Absatz gesichert ist. Ansonsten lässt man das Holz besser im Wald stehen oder liegen.

 

Die Option, gefälltes Holz im Bestand zu entrinden und liegen zu lassen, soll vermehrt genutzt werden. Falls die Käfer bereits ausgeflogen sind, kann an geeigneten Orten auch Käferholz stehend im Wald belassen werden. Nadel-Frischholz ohne Käferbefall ist nur sehr zurückhaltend und auf konkrete Bestellung zu fixierten Preisen aufzurüsten.

 

Holz so rasch wie immer möglich abführen

 

Aufgerüstetes Holz soll so rasch wie möglich abgeführt werden, um eine Verblauung und damit eine Wertverminderung zu verhindern. Schöne Erdstämme sollten breit ausgelegt und sofort zu Abfuhr gemeldet werden. Falls eine rasche Abfuhr von schönen AB-Stämmen nicht möglich ist, ist das Anlegen eines Nasslagers zu prüfen. Über alle Sortimente ist darauf zu achten, dass das Holz sehr gut sortiert gelagert wird.

 

Grosse, gut sortierte Polter finden einen besseren Absatz und lösen bessere Preise. D-Holz ist konsequent auszusortieren und nicht mit BC-Sortimenten zu mischen. Es macht wenig Sinn, Holzlager anzulegen, die nicht verkauft werden können und die Kanäle für Frischholz-Nutzungen blockieren.

 

Keine neuen Preisempfehlungen für einzelne Sortimente

 

Den Forstbetrieben wird empfohlen, im Schutzwald diejenigen Holzschläge vorzuziehen, bei denen möglichst wenig Holz anfällt oder das Holz liegen gelassen werden kann. Forstbetriebe mit Überkapazitäten sollen nach Möglichkeit auf Arbeiten für Dritte ausweichen. Laubholzschläge und Energieholzschläge sind möglichst früh auszuführen, sofern der Absatz gesichert ist.

 

Beide Parteien sind sich einig, dass es angesichts der regional unterschiedlichen Ausgangslage und der unsicheren Käferholzentwicklung keinen Sinn macht, neue Preisempfehlungen für einzelne Sortimente abzugeben. Für frisches Holz und für gute Käferholzqualitäten wird weiterhin Preisstabilität empfohlen.

 

Die Holzmarktkommission trifft sich wieder am 4. September zur Neubeurteilung der Lage.

 


Links www.waldschweiz.ch | www.holz-bois.ch