Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Erosionsschutz mit Holzwolle aus Wattwil

In den USA hat sich der Schutz erosionsgefährdeter Steilhänge mit Holzwollematten etabliert. Nun fasst die Methode auch in der Schweiz Fuss. Im Rahmen eines KTI-Projekts erarbeitet ein Team der HTW Chur dafür die fachlichen Grundlagen.

 

Damit der Boden am Boden bleibt

Holzwollevliese sorgen bei steilen Böschungen für wirkungsvollen Erosionsschutz.

Bild Lindner Suisse



Steile Böschungen müssen für eine erfolgreiche Ansaat zu Beginn mit stabilisierenden Netzen oder Vliesen vor Abschwemmung und Erosion geschützt werden. Danach übernimmt die einmal etablierte Vegetation diese Rolle. Als Folge des Klimawandels treten häufiger Starkregenereignisse auf, so dass diese Stabilisierungstechnik in Zukunft noch wichtiger werden wird.

 

Als wirkungsvolle Methode hat sich in diversen Pilotprojekten das Abdecken der Flächen mit Holzwollevlies erwiesen. Die Anwendung ist in den USA seit vielen Jahren weit verbreitet und soll nun auch in der Schweiz vermehrt zum Einsatz kommen. Die Abdeckung aus Holzwolle wirkt stabilisierend und bietet den Ansaaten ein optimales Mikroklima zum Keimen.

 

Forschung in der Schweiz…

 

Ein Team des Instituts für Bauen im alpinen Raum IBAR der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur befasst sich in einem aktuellen Forschungsprojekt, das von der Kommission für Technologie und Innovation des Bundes (KTI) unterstützt wird, mit dem Thema ‹Nachhaltiger Erosionsschutz mit Schweizer Holzwolle›. Ziel der Arbeit ist ein Brückenschlag zwischen Forschung und Markt.

 

Die altbewährte Technik soll in ihrer Einführung unterstützt und fachliche Grundlagen erarbeitet werden, um sie gezielt an regionale Gegebenheiten anzupassen. Dabei spielen die eingesetzten Holzarten und deren Verrottungsverhalten, die Abstimmung auf die Bodenbeschaffenheit sowie die Wahl der Begrünungsart eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang ist die wissenschaftliche Auswertung diverser Labor- und Feldversuche geplant.

 

…mit Holzwolle aus Wattwil

 

Hauptwirtschaftspartnerin des Projekts ist die Lindner Suisse GmbH mit Sitz in Wattwil, das einzige Schweizer Unternehmen, das in der Holzwolleproduktion tätig ist. Speziell für das KTI-Forschungsprojekt hat Lindner Suisse Holzwollematten in verschiedenen Ausführungen hergestellt. Diese wurden bei einem vorgängigen Pilotprojekt bereits erfolgreich getestet.

 

Noch ist das Forschungsteam auf der Suche nach Test-Böschungen mit einer Mindestgrösse von 1000 m2. Wer eine solche Fläche zur Verfügung stellen möchte, meldet sich beim Institut für Bauen im alpinen Raum IBAR der HTW Chur, Pulvermühlestrasse 80, 7004 Chur, Imad Lifa, Tel. 081 286 24 83, imad.lifa(at)htwchur.ch.

 


Link www.lindner.ch