Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Eindrücklicher Holzelementbau erweitert das Klostergut Paradies

Das Seminarhotel und das sanierte Restaurant im historischen Klostergut Paradies am Rheinufer der Gemeinde Schlatt sind eröffnet. Der dreigeschossige Holzelementbau ergänzt das Seminar- und Ausbildungszentrum der Georg Fischer AG und ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der Eingangsbereich des neuen Seminarhotels, links im Bild angeschnitten das historische Gasthaus. (Bildquelle: Meyer Stegemann Architekten)

 

Seit Jahrzehnten dient das Klostergut Paradies im thurgauischen Schlatt der Georg Fischer AG als Seminar- und Ausbildungszentrum. Rund 5'000 Mitarbeitende und Gäste nutzen das Areal jährlich. Seit diesem Jahr ist das Aufwertungsprojekt des direkt am Rhein liegenden Klosterguts abgeschlossen. Neben dem Hotelneubau war auch die Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Restaurants Paradies Teil des Projekts. Inspiriert vom Gründungsjahr der Bauherrschaft heissen Hotel und Restaurant neu «1802» und bilden ein Ensemble.

Das Seminarhotel verdankt sein Bestehen der Renaturierung des Mülibachs. Lange Zeit lag dessen Bachlauf eingedolt unter dem Klosterareal. Das Revitalisierungsprojekt der Gemeinde Schlatt hob den Bachlauf in seinem Abschnitt kurz vor der Mündung in den Rhein aus dem unterirdischen Kanal und verlegte ihn nordwestlich, sodass ein schmaler Landstreifen frei wurde. Dieser liess zwischen Gewässerschutzlinie, Landwirtschaftszone und ehemaligen Wirtschaftsgebäuden genügend Platz für den Hotelneubau.

Das Ensemble «1802» des Hotelneubaus und des Restaurants im Riegelhaus und dem sanierten Küchenanbau vom gegenüberliegenden Rheinufer aus. (Bildquelle: Meyer Stegemann Architekten)

 

Zeitgenössische Interpretation von historischem Bestand

Architektonisch ordnet sich der Neubau in den baukulturellen Bestand ein. Die vorgelagerte, leicht abgedrehte Terrasse geht auf die Fundamentplatte des Vorgängerbaus zurück. Traufseitig schliesst das Hotel an die bestehende Häuserzeile an und hält die zentrale Blickachse vom Klostergut zum Rhein frei. Es entsteht eine Hofsituation, durch die die historische Stellung des Gasthauses als Solitär betont wird. Der eingeschossige Küchenanbau des Riegelbaus wurde grundlegend umgebaut und energetisch modernisiert.

Zum Rhein hin tritt die Ortsfassade des Hotels gegenüber dem Restaurant bewusst zurück und gibt einen halböffentlichen Aussenraum frei. Wo zuvor ein Glaspavillon aus den 1990er-Jahren stand, orientieren sich heute alle Zugänge von Hotel und Restaurant zu einem gemeinsamen Ankunftsbereich.

Das Hotel umfasst 34 Hotelzimmer, die zur bewaldeten Uferlandschaft oder zum Rhein hin orientiert sind. Auf dem im mittleren Gebäudeteil liegenden Untergeschoss ruht ein massiver Erschliessungskern aus Beton. Das Fundament bilden im Norden des Gebäudes der grosse freigespannte Saal und im Süden die zweiseitig von Stützmauern flankierte Bodenplatte des Flügelbaus. Darauf liegt der dreigeschossige Holzbau, der in nachhaltiger Elementbauweise gefertigt wurde.

Der Elementbau wurde von der Sigrist Holz und Bau AG aus Rafz angefertigt und montiert. Für die Ingenieursleistungen war die IHT Ingenieurbüro für Holz und Technik AG verantwortlich. Das Architekturbüro ist die Meyer Stegemann Architekten AG aus Schaffhausen und die Bauherrin des Projekts ist die Stiftung Klostergut Paradies der Georg Fischer AG.

 

Links: Meyer Stegemann Architekten | Georg Fischer AG