Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Bundesrat spricht zusätzliche Gelder für den Wald

Die kritische Hitze- und Trockenheitslage in diesem Sommer veranlasste den Bundesrat, die Waldwirtschaft mit finanziellen Mitteln zu unterstützen. Der Wald soll im Budget 2027 neu mit zusätzlichen 17,5 Millionen Schweizer Franken bedacht werden. Als Nächstes muss das Parlament über den Bundesratsbeschluss entscheiden.

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 26. August beschlossen, die seit 2020 bestehende Unterstützung der Massnahmen für eine rasche Anpassung des Waldes an den Klimawandel wieder ins Budget und in den Finanzplan aufzunehmen. Der Bundesrat schlägt dem Parlament damit in Abweichung eines früheren Beschlusses vor, für die Programmvereinbarungen mit den Kantonen für die Jahre 2025 bis 2028 im Bereich Wald wie bisher zusätzlich 17,5 Millionen Franken pro Jahr zur Verfügung zu stellen. Grund dafür ist der Hitzesommer 2026. Hitze und Trockenheit belasten die Umwelt ausserordentlich, was in den Wäldern deutlich zu sehen und zu spüren ist.

Die Blätter der Buchen verfärben sich viel zu früh und werden von den gestressten Bäumen bereits abgeworfen. Die Trockenheit schwächt die Bäume gefährlich, weshalb die Forstdienste ausserordentliche Arbeit leisten. Abgestorbene Bäume müssen schnellstmöglich aus dem Wald geholt werden, um Arbeiter und Besucherinnen im Wald vor herabfallenden Ästen und umstürzenden Bäumen zu schützen. Darüber hinaus begünstigt die Trockenheit auch den Schädlingsbefall. Die Waldeigentümer sind gefordert, ihre Wälder dem Klima anzupassen und sie vor allem zu verjüngen. Dieser Sommer zeigt auf, dass dies ohne entsprechende finanzielle Unterstützung ein sehr schwieriges Unterfangen ist.

Bereits letzte Woche fand auf Initiative von WaldSchweiz ein Runder Tisch mit Bundesrat Albert Rösti statt. Auch die Lignum war mit am Tisch, zusammen mit weiteren Vertretern der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft, Pro Natura und Vertreterinnen der kantonalen und der zuständigen Bundesbehörden. Dabei wurde von allen Beteiligten ein dringlicher Handlungsbedarf festgestellt. Der Runde Tisch zwischen den Branchenvertretern und dem Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) soll in Zukunft jährlich stattfinden, auch um den Finanzbedarf ab 2028 zu ermitteln.

Die zusätzlichen finanziellen Mittel, die der Bundesrat in Aussicht stellt, sind jedoch nur ein Teil der von Ständerat und WaldSchweiz-Präsident Daniel Fässler im Parlament geforderten 25 Millionen Schweizer Franken pro Jahr. Diese seien notwendig, um die Stabilität der Schweizer Wälder gewährleisten zu können und die Waldverjüngung voranzutreiben, so dass der Wald zukunftsfähig bleibe. 
 

Links: Medienmitteilung Bund | Stellungnahme WaldSchweiz | Motion Fässler