Ausgezeichnete Leistungen mit Holz in Solothurn

Bereits zum achten Mal hat der Solothurner Regierungsrat im November die Architekturauszeichnung ‹Priisnagel› vergeben. Bei beiden Preisträgern spielt Holz eine wichtige Rolle: eine buchstäblich tragende bei der Sanierung des Museums Altes Zeughaus in Solothurn und eine ästhetische beim Neubau des Pfarreizentrums Kriegstetten, dessen Inneres das Material Holz prägt. Der Umbau des Solothurner Ruderclub-Bootshauses erhält ebenso eine Anerkennung wie ein Holz-Wohnhaus in Deitingen.

Oben: Lichtdurchflutet zeigt sich der Hauptsaal des Pfarreizentrums Kriegstetten (Bauherrschaft: Römisch-katholische Kirchgemeinde Kriegstetten-Gerlafingen; Architektur: ern + heinzl Architekten, Solothurn). Mitte: Blick ins sanierte Solothurner Zeughaus (Bauherrschaft: Bau- und Justizdepartement des Kantons Solothurn; Architektur: Edelmann Krell Architekten, Zürich). Unten: das umgebaute Bootshaus des Ruderclubs Solothurn (Bauherrschaft: Ruderclub Solothurn; Architektur: Phalt Architekten, Zürich).
Bilder zvg
 

 

Das heutige Alte Zeughaus entstand um 1609. 400 Jahre lang musste am Bau kaum etwas von Grund auf saniert werden. Bis sich abzeichnete, dass die Infrastruktur aus dem Jahr 1976 den Ansprüchen an einen zeitgemässen Museumsbetrieb nicht mehr genügte. In einem offenen, selektiven Architekturwettbewerb entschied man sich für das Projekt von Edelman Krell Architekten aus Zürich. Es überzeugte dadurch, dass das Treppenhaus und der Lift geschickt im Innern des Gebäudes plaziert werden konnten, so dass die äussere Erscheinung des Baus nicht beeinträchtigt wurde.

 

Nur wenige sichtbare Eingriffe in die bestehende Holzkonstruktion waren nötig – deren Ertüchtigung wie auch die haustechnischen und sicherheitstechnischen Installationen konnten im Schiftungsbereich des Bodens untergebracht werden. Wo man das alte Holz dennoch ergänzte, etwa, um die Statik aufzubessern, wurde mit neuem, hellem Fichtenholz ein Kontrast geschaffen und optisch angezeigt, was man veränderte.

 

Anerkennung für Solothurner Bootshaus und einen Erstling in Deitingen

 

Der Solothurner Ruderclub, 1910 gegründet, erhielt 1911 ein erstes, einfaches Bootshaus. Bereits 1919 musste dieses wegen Platzmangels einem grösseren Neubau weichen. Charakteristische Merkmale wie das steile Walmdach und die repräsentative, über die Aare herausragende Altane des Kopfbaus sowie das schlanke, langgezogene Volumen des Bootslagers zeichneten diesen im Heimatstil errichteten Holzbau aus. Spätere bauliche Veränderungen verunklärten indessen teilweise die ursprünglich ausgewogene Gestalt.

 

Aufgrund des schlechten Bauzustands und gestiegener Anforderungen des Ruderclubs wurden Phalt Architekten 2015 mit der Erneuerung des Bootshauses beauftragt. Die geforderten zusätzlichen Nutzflächen konnten wegen der baurechtlichen Vorgaben und aufgrund der Lage in der Freihaltezone nur innerhalb des bestehenden Volumens generiert werden. Dank Absenkung des Bootshallenbodens und Optimierung der Aufbauhöhen der Konstruktion konnte das Dachgeschoss nutzbar gemacht werden. So liessen sich die geforderten Räume innerhalb des bestehenden Volumens organisieren und störende Anbauten entfernen.

 

Mit einer Anerkennung bedacht wurde auch das Wohnhaus ‹Vis-à-vis› in Deitingen (Bauherrschaft: Schreinerei Gebr. Frei AG, Deitingen; Architektur: luna productions, Deitingen). Das Projekt orientiert sich an den heutzutage immer weniger sichtbaren landwirtschaftlichen Bauten. Es lässt entstehen, was ein Hof auf einem Bauernhof möglich macht: einen offenen Begegnungsraum, auch für die Nachbarschaft. Das Haus ist das Erstlingsprojekt des jungen Architektenteams um Nadja und Lukas Frei.

 


Link Architekturauszeichnungen Kanton Solothurn 2019 (PDF, 48.3 MB)