Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Wohin entwickelt sich der Schweizer Fotovoltaik-Markt?

Nach Jahren starken Wachstums befindet sich die Schweizer Solarbranche in einer Phase der Konsolidierung. Nach einem erneuten Rekordjahr 2024 mit 1,8 GW neu installierter Leistung deutet sich 2025 erstmals ein Rückgang an.

Oben: Entwicklung Anteil Solarstrom am Strom-Endverbrauch der Schweiz. Unten: Kumulativ installierte Leistung nach Anlagetyp 2024.
Grafiken Swissolar

 

Die Ursachen für den erwarteten Rückgang der Neuinstallationen im Jahr 2025 sind vielfältig. Viele Investoren seien durch die unklare Zukunft der Vergütungssysteme verunsichert, so der Fachverband Swissolar. Zudem seien neue Modelle für die lokale Stromvermarktung, die den Markt beleben sollen, in der praktischen Umsetzung teilweise noch unklar. Dies führe zu teils hohen Einführungs- und Messkosten, die den wirtschaftlichen Betrieb erschwerten.

Aber auch die weltweite Wirtschaftslage sei geprägt von Unsicherheiten und Rückschritten bei ökologischen und sozialen Zielen, was sich negativ auf Investitionen in erneuerbare Energien auswirke: ‹Diese Faktoren sind global spürbar, auch in der Schweiz. Die Auswirkungen der Unsicherheiten durch das Stromgesetz werden voraussichtlich bis 2026 anhalten.› Dennoch bleibt der Solarausbau auf hohem Niveau und deckt Ende 2025 bereits 14% am Strom-Endverbrauch.


Drei Szenarien für die Zukunft  

Swissolar legt erstmals drei Ausbauszenarien für die nächsten Jahre vor. Der Verband hält weder ein Brems- noch ein Expressszenario für das realistischste, sondern einen Mittelweg. Diesem zufolge kommt es 2025 zu einem Rückgang um 14% gegenüber 2024, gefolgt von einem weiteren Rückgang um 5% im Jahr 2026. Danach stabilisiert sich die Lage aufgrund besserer Rahmenbedingungen allmählich, und ab 2027 wird wieder ein leichter Anstieg prognostiziert.

Bis 2029 erreichen die Neuinstallationen gemäss Szenario erneut das Rekordniveau von 2024, danach folgt eine Phase der Stabilisierung. Allerdings wird dadurch die Erreichung des Ziels gemäss Energiegesetz für die Produktion von Elektrizität aus erneuerbaren Energien (ausgenommen Wasserkraft) von mindestens 35 TWh im Jahr 2035 erschwert. Um es trotzdem zu erreichen, bräuchte es einen verstärkten Ausbau anderer Technologien, insbesondere der Windenergie.


Aktionsplan als Appell an die Politik

Swissolar appelliert mit dem ‹Aktionsplan 2030› an die Politik, den eingeschlagenen und vom Volk mehrfach bestätigten Pfad in Richtung Vollversorgung mit erneuerbaren Energien konsequent weiter zu verfolgen. Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen sei die wichtigste Voraussetzung, dass weiterhin in Solaranlagen investiert werde. Swissolar setzt für einen nächsten Marktaufschwung grosse Hoffnungen in die neuen lokalen Strommodelle.

Im Aktionsplan 2030 verweist Swissolar auch auf die möglichen negativen Auswirkungen des geplanten Entlastungsprogramms des Bundes. Mit Abstrichen beim Gebäudeprogramm der Kantone würde es weniger interessant, Dächer und Fassaden zu sanieren und mit Solarmodulen auszustatten. Weitere geplante Kürzungen würden auch die derzeit international starke Position der Schweiz in der Solarenergieforschung und -entwicklung gefährden.


Link Solarmonitor Schweiz 2025 (PDF, 11 MB)