Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Winter-Holzbulletin der Lignum: Nachhaltig bauen mit Holz

Das neue Holzbulletin erreicht die Mitglieder der Lignum nach Weihnachten. Es untersucht nachhaltiges Bauen anhand des Projekts ‹LysP8› in Basel, des Neubaus für das Aargauer Amt für Verbraucherschutz in Unterentfelden, der temporären Sportbauten für die Zürcher Kantonsschulen Freudenberg und Enge, des Generationenhauses in Langnau sowie zweier Bauten aus der Westschweiz: einer Weinkellerei in Rolle und eines Schulpavillons in Romanel-sur-Lausanne.

Lignum-Holzbulletin 157/2025 – Nachhaltig bauen
32 Seiten A4, vierfarbig
Art.-Nr. 11157
Inhalt:
- ‹LysP8›, Wohnhaus mit Gewerbe, Basel
- Amt für Verbraucherschutz Kanton Aargau (AVS), Unterentfelden
- Temporäre Sportbauten, Kantonsschulen Freudenberg und Enge, Zürich
- Generationenhaus, Langnau i.E.
- Weinkellerei ‹Cité du Vin›, Rolle
- Temporärer Schulpavillon, Romanel-sur-Lausanne
Lignum-Mitglieder erhalten das Holzbulletin viermal jährlich automatisch und kostenlos per Post. Die vierteljährliche Bautendokumentation der Lignum kann man unabhängig von einer Mitgliedschaft abonnieren. Holzbulletin-Hefte können auch einzeln bezogen werden.
Die Ausgabe 157/2025 – Nachhaltig bauen geht vor Weihnachten in den Versand. Sie ist ab 5. Januar 2026 im Lignum-Shop bestellbar.

Link Lieferbare Lignum-Holzbulletins

 

Nachhaltiges Bauen umfasst viele Handlungsfelder, ökologische, ökonomische und soziale. Ein Projekt, das all diese Themen auf sich vereint, ist die ‹Maison Climat› in Biel. Das 2022 bezogene Mehrfamilienhaus mit 20 hochwertigen Mietwohnungen entstand nahe dem Bahnhof Biel. Der kompakte Holzbau im Minergie-A-Standard liegt in einem Bieler Stadtquartier, das bunt gemischt ist.

Neben Wohngebäuden mit Umschwung gibt es hier auch Gewerbe- und Bürobauten in unterschiedlich gutem baulichem Zustand. Die Bauherrschaft wollte auf dem rechteckigen Grundstück, das auf der einen Seite an die stark befahrene Bahnlinie angrenzt, eine architektonische Lösung in Holz, die bezüglich aller Dimensionen – Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt – überzeugt.


Paradigmatische Lösung für sämtliche Anforderungen

Ziel war ein zukunftsfähiges und klimagerechtes Projekt für eine vielfältige Bewohnerschaft. Die Berücksichtigung ökologischer und energetischer Kriterien spielte dabei ebenso eine Rolle wie die vorgegebene Holzbauweise, günstige Mietzinse und eine adäquate Rendite. Die Antwort der verantwortlichen Architekten war ein Entwurf, der eine Balance zwischen den verschiedenen Anforderungen sucht und damit einen Mehrwert bezüglich Einfachheit und Suffizienz schafft.

Auf städtebaulicher und architektonischer Ebene bedeutet dies konkret: weniger Ressourcenverbrauch durch Transformation, kluge, jedoch eng geschnittene Grundrisse, die qualitativ hochstehenden Wohnraum bieten und doch deutlich unter dem durchschnittlichen schweizerischen Wohnflächenbedarf liegen. Die Holzbauweise nutzt zudem den natürlichen und nachwachsenden Baustoff effizient und trägt einen wichtigen Teil zur Klimaneutralität bei (409 Tonnen gespeichertes CO2).

Einfachheit und Suffizienz bedeutet zudem weniger Energieverbrauch und geringere Bau- und Mietkosten. Das sorgt für einen Gewinn sowohl für die Bewohnenden – die Mieten lagen bei Bezug alle unter 2000 Schweizer Franken – als auch für die Bauherrschaft. Davon profitieren auch das Quartier und die Stadt mit einer gelebten Nachbarschaft und einer nachhaltigen Baukultur.


Siegreiches Holz-Projekt für den Solar Decathlon Europe 2021

Auch das Projekt des Teams ‹RoofKit›, das 2021 den Solar Decathlon Europe zum Thema ‹Lösungen für die Städte der Zukunft› für sich entschieden hat, lotet die Grenzen des nachhaltigen Bauens in all seinen Facetten aus. Erstmals in der Geschichte der weltweiten Solar-Decathlon-Wettbewerbe richtete sich der Fokus auf nachhaltiges Bauen und Leben in der Stadt: Bei dem in Wuppertal ausgetragenen Wettbewerb unter 18 Hochschulteams ging es um die Erneuerung und den Weiterbau des Gebäudebestands, wo eines der grössten Potentiale der urbanen Energiewende liegt.

Der kollaborative Thinktank mit Architektinnen, Ingenieuren und Ökonominnen unterschiedlicher Fachbereiche des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) entwarf unter der Leitung von Prof. Dirk E. Hebel und Prof. Andreas Wagner am Beispiel des Café ADA in Wuppertal eine dreigeschossige Aufstockung in Holzmodulbauweise, deren Umsetzung in einem gebauten Mockup getestet wurde. Dabei verstand man die Stadt als soziale Fabrik, urbanes Rohstofflager und nachhaltigen Energieproduzenten.

Dies umfasst das ganze Spektrum möglicher nachhaltiger Interventionen von der Nutzung von 100% erneuerbaren Energien für das Gebäude über die Ernte von Sonnenenergie auf allen möglichen Gebäudeflächen bis zu einer kreislauffähigen Konstruktion mit wieder lösbaren Verbindungen, ohne die Verwendung von Klebstoffen oder Verbundmaterialien. Auch ökonomische und soziale Überlegungen wie die effiziente und kostengünstige Vorfertigung, ein Sharing-Economy-Konzept für eine maximale Raumnutzung oder barrierefreies Wohnen sind in das siegreiche Projekt eingeflossen, mit dem Ziel, ein Gebäude für Menschen unterschiedlichen Alters oder Einkommens zu schaffen.


Aktuelle Palette herausragender Bauten im neuen Holzbulletin

Auch die Projekte, die wir Ihnen  in der aktuellen Holzbulletin-Ausgabe von Ende Dezember 2025 vorstellen, bilden einen Querschnitt durch die vielfältigen Themen des nachhaltigen Bauens: vom kreislauffähigen Wohnhaus mit Gewerbe ‹LysP8› in der Stadt Basel mit einem hohen Re-Use-Anteil über eines der ersten Laborgebäude in einer hybriden Holz-Beton-Konstruktion für das Amt für Verbraucherschutz des Kantons Aargau bis zu den mit dem Prix-Lignum-Gold 2024 ausgezeichneten temporären Sportbauten von Kanton und Stadt Zürich.

Weiter zeigen wir das ebenfalls im Rahmen des Prix Lignum 2024 ausgezeichnete Mehrgenerationenhaus in Langnau im Emmental, das sich neben einer hohen Nachhaltigkeit durch einen Holzbau von grossem handwerklichem Können auszeichnet. Und nicht zuletzt zwei bemerkenswerte Bauten aus der Westschweiz: die Weinkellerei ‹Cité du Vin› in Rolle, einen Industriekomplex von monumentaler Grösse, der die Lage am Hang für Energieeinsparungen in der Weinproduktion nutzt, und einen 2023 erstellten temporären Schulpavillon in Romanel-sur-Lausanne, dessen modulare Konstruktion aufgrund steigender Schülerzahlen inzwischen bereits aufgestockt wurde.

Wir wünschen eine gute Lektüre und einen guten Start ins 2026!


Jutta Glanzmann
Technische Kommunikation Lignum