Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Windenergiegegner bewirtschaften Wald-Emotionen

Mit der Initiative ‹Gegen die Zerstörung unserer Wälder durch Windturbinen› will die Vereinigung Freie Landschaft Schweiz erreichen, dass Windkraft-Anlagen nur ausserhalb von Wäldern und bestimmten Waldweiden stehen dürfen. Ein Bauverbot für Anlagen ab 30 Meter soll zudem in Gebieten mit weniger als 150 Meter Distanz von Wäldern oder Waldweiden gelten.

Die Energiestrategie 2050 sieht für das Jahr 2035 eine Stromproduktion aus Windenergie von 1,2 TWh/a vor. 2024 produzierten gemäss Bundesamt für Energie 47 grosse Schweizer Windenergieanlagen rund 170 GWh Windstrom. Das deckt den Stromverbrauch von rund 45000 Haushalten. Schweizweit gibt es aktuell rund 20 Projekte von Windkraftwerken, die sich in einem Verfahren bei den Behörden der Kantone und des Bundes befinden. Der Bau von Windenergieanlagen in Wäldern ist grundsätzlich möglich; derzeit existieren aber noch keine Windkraftanlagen im Schweizer Wald. In der Waldwirtschaft wird das Thema kontrovers diskutiert. Der Verband WaldSchweiz bereitet gemäss Sprecher Benno Schmid einen Positionsbezug vor.
Illustration WaldSchweiz

 

Die Initiative ‹Gegen die Zerstörung unserer Wälder durch Windturbinen› zielt auf das Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien, das die Schweizer Stimmbevölkerung eben erst im Juni 2024 mit 70% Ja-Stimmen klar angenommen hat. Das Stromgesetz begünstigt Innovation, definiert verlässliche Rahmenbedingungen für den beschleunigten Ausbau unter Berücksichtigung des Naturschutzes und macht die Energieversorgung insgesamt resilienter.

Die zweite Initiative ‹Für den Schutz der direkten Demokratie bei Windparks› verlangt, dass die Standortgemeinde in einer Abstimmung dem Bau von Windanlagen ab 30 m Gesamthöhe zwingend zustimmen muss. Sie fokussiert auf den Beschleunigungserlass, der aktuell noch im Parlament beraten wird und gegen den dereinst bei Bedarf auch ein Referendum ergriffen werden kann. Beide Begehren von Freie Landschaft Schweiz wurden am 25. Juli eingereicht.

‹Sollten die Initiativen eine Mehrheit finden, werden sie den Windenergie-Ausbau empfindlich hemmen›, sagt Olivier Waldvogel, Verantwortlicher Deutschschweiz beim Windenergie-Fachverband Suisse Eole, auf Anfrage. Wenn auch in der Schweiz noch kein einziges Windrad mitten im Wald stehe, würden einige bestehende Projekte, welche die vorgesehenen Abstände zum Wald nicht einhalten, betroffen sein, etwa im Jurabogen. Neue Projekte, die auf Waldstandorte setzten, würden blockiert. Das, so Waldvogel, betreffe die Planungen zum Beispiel in den Kantonen Baselland, Zürich, St. Gallen oder Schaffhausen.


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