Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Waadtländer Gerichtsgebäude wartet mit Blickfang auf

Der Neubau von Blättler Dafflon Architekten für die Erweiterung des Kantonsgerichts im Parc de l'Hermitage in Lausanne haftet in den Worten der Architekten ‹wie ein Ammonit› am Bestand aus den achtziger Jahren. Es ist ein siebengeschossiger Zylinder an der südöstlichen Ecke des bestehenden Gerichtsgebäudes. Darin steckt viel lokales Buchenholz.

Erweiterung Tribunal Cantonal Lausanne (VD), 2019–2025 (Bauherrschaft: Etat de Vaud, DGIP; Architektur: Blättler Dafflon Architekten AG, Zürich; Bauleitung: ADOB architectes Sàrl, Port; Holzbauingenieure: Makiol Wiederkehr AG, Beinwil am See – Mitarbeit: Timbatec SA ingénieur bois, Delémont; Holzbau: Dénériaz SA, Sion; La Forestière, Echandens; Groupe Corbat Vendlincourt SA, Vendlincourt; Scierie Codourey SA, Romont; Fagus Suisse SA, Les Breuleux). Das Holz aus den Wäldern des Bauherrn, in diesem Fall dem Kanton Waadt, wurde in einem Umkreis von weniger als 100 km gewonnen und verarbeitet.
Bilder Corinne Cuendet, Clarens
 

Der Erweiterungsbau des Kantonsgerichts Waadt ist 21 m hoch und hat einen Durchmesser von 24 m. Der von aussen rund wirkende Bau verfügt über sechs ordentliche Geschosse sowie ein zusätzliches Attikageschoss. Der Kern des Gebäudes birgt eine Wendeltreppe, welche als Zugang zu den angeschlossenen Räumlichkeiten dient. Ein Zwischenraum verbindet Alt- und Neubau.

Um den Kern in Massivbauweise wurde ein Skelettbau aus Stützen und Holz-Beton-Verbundträgern realisiert. Die Stützen und Träger wurden aus Buchen-Stabschichtholz gefertigt. Das Holz dazu stammt aus den umliegenden Wäldern. Das Deckentragwerk ist aus vorfabrizierten Betonelementen.


Unaufdringlich zeitlose Architektur

Die Erweiterung organisiert die Büroflächen klar und funktional. Gleichartige Räume werden sinnvoll zusammengeführt, um eine effiziente Nutzung zu ermöglichen. Diese Organisation sorgt für Kontinuität zwischen Altbau und Neubau und erleichtert den täglichen Betrieb. Die Wände der Gerichtsbüros mit ihren 80 Arbeitsplätzen sind an die zylindrische Form des Gebäudes angepasst und nach aussen hin offen.

Das Attikageschoss, welches eine Cafeteria beinhaltet, wurde in reiner Holzbauweise gefertigt und bietet neben gutem Kaffee einen herrlichen Ausblick. Die Hauptfassadenflächen sind verglast; die Stützenbekleidungen präsentieren sich mit einer Holzschalung. In Räumen der Hauptnutzung sind alle Innenwände verschiebbar und in Leichtbauweise erstellt.


Links blaettlerdafflon.ch | holzbauing.ch | timbatec.ch