Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Update zur Klimaleistung von Schweizer Wald und Holz

Das Bundesamt für Umwelt legt einen neuen Bericht zu den Klimaleistungen von Wald und Holz vor. Der Anteil der Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten lässt sich erhöhen, wenn mehr dieser Waren aus inländischem Holz hergestellt werden und die Ausbeute der Holzernte steigt. Zentral dafür sind ein naturnaher Waldbau, ein multifunktionales Waldökosystem sowie eine leistungsfähige Wald- und Holzwirtschaft.

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Die Publikation präsentiert die Kernaussagen einer Studie (‹Klimaleistungen der Waldbewirtschaftung und Holzverwendung in der Schweiz›, kurz KWHS), welche die potentielle Auswirkung der Waldbewirtschaftung und Holzverwendung in der Schweiz auf die Treibhausgasbilanz im In- und Ausland beleuchtet. Im Fokus stehen dabei die drei als ‹3S› bezeichneten Klimaleistungen der Sequestrierung von Kohlendioxid im Wald, der Speicherung von Kohlenstoff in Holzprodukten sowie der Substitution.

Indem sie andere, energieintensivere Materialien substituieren, können Holzprodukte kurz bis mittelfristig durch die materielle Substitution pro Kubikmeter Holz etwa 730 kg CO2 und durch die energetische Substitution rund 575 kg CO2 einsparen. Die Kaskadennutzung von Holz, bei der Holz zuerst in langlebigen Holzprodukten mehrfach verwendet und anschliessend als Brennstoff genutzt wird, verbessert die gesamte Klimaleistung, weil bei einer Mehrfachnutzung die Kohlenstoffspeicherung im Holz verlängert wird und Substitutionseffekte mehrmals eintreten.


Zeitfenster bis 2050 optimal nutzen

Die Studie betont, dass es von zentraler Bedeutung ist, den Schweizer Wald so zu bewirtschaften, dass er sich an den Klimawandel anpassen kann und gleichzeitig die CO2-Sequestrierung im Wald und die Nutzungsmengen langfristig erhalten bleiben. Grundvoraussetzung dafür ist aus Sicht des Bundes eine Waldbewirtschaftung nach den Prinzipien des adaptiven Waldbaus. Sie soll zukünftige Schäden und damit einhergehende CO2-Emissionen minimieren und mit einer leistungsfähigen Wald- und Holzwirtschaft ein biodiverses, multifunktionales Waldökosystem gestalten.

Das geerntete Holz soll zu möglichst langlebigen Holzprodukten verarbeitet werden. Die Menge der Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten könne mittels Verbesserung der Ausbeute des geernteten Holzes und einer erhöhten stofflichen Verwendung deutlich gesteigert werden. Insbesondere Laubholz und minderwertige Holzqualitäten sollten zukünftig besser materiell verwendet werden. Wichtig sei, das Zeitfenster bis zur politisch angestrebten Dekarbonisierung 2050 zu nutzen und möglichst viel Kohlenstoff aus Schweizer Wäldern in langlebige Produkte zu verschieben.


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