Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Untersuchung zu Holzbauten in der Kreislaufwirtschaft

Der Immobilienberater Wüest Partner hat 2025 im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU untersucht, welche Rahmenbedingungen erfüllt sein müssen, damit Kreislaufwirtschaft im Holzbau nach dem Prinzip des Re-Use wirtschaftlich konkurrenzfähig mit dem konventionellen Bauen ist. Die Studienergebnisse richten sich an Investoren.

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Gemäss einer Umfrage von Wüest Partner unter rund 300 Immobilieninvestoren wird Zirkularität heute von den Immobilienmarktakteuren noch nicht als wertrelevanter Faktor beurteilt. Aufgabe der Immobilienbewerter ist es, die Einschätzung der Marktteilnehmer abzubilden. Demnach spiegeln sich die zirkulären Prinzipien trotz ihrer wachsenden Bedeutung und der beginnenden Implementierung in gesetzlichen Vorgaben und Normen aktuell kaum im Marktwert von Immobilien wider.

In der Schweiz erfolgt die Bewertung von Renditeliegenschaften üblicherweise anhand der DCF-Methode, in der – unter Berücksichtigung von periodischen Sanierungszyklen – eine unbegrenzte Fortführung der Liegenschaft abgebildet wird. Diese Praxis steht oftmals im Widerspruch zu gängigen Immobilienstrategien, nach denen Gebäude teilweise nach 50–70 Jahren oder sogar früher abgebrochen werden. Die damit verbundenen Rückbau- und Deponiekosten linearer Gebäude werden ebenso wenig wie eine allfällige höhere Langlebigkeit oder Rückbaufähigkeit zirkulärer Immobilien in der Bewertungspraxis berücksichtigt.


Günstige Voraussetzungen für Zirkularität im Holzbau

Die zirkuläre Bauweise bietet insbesondere im Holzbau grosse Potentiale, die durch Standardisierung und Digitalisierung erschlossen werden können. Auch Kombinationen mit anderen Baustoffen wie etwa Beton, Stahl und Lehm zeigen vielversprechende Ansätze. Mittels sinnvoller Regulierung – auch über positive Anreize – kann der Prozess hin zu einer zirkulären Bauwirtschaft beschleunigt werden.

Investoren, die sich heute mit der Thematik vertieft auseinandersetzen möchten, können im Sinne von Risikoabschätzungen Bewertungen mit Abbildung des Lebenszyklusendes erstellen lassen. Die Variation der Restlebensdauer ermöglicht eine Betrachtung von realistischen Szenarien und erlaubt es, von der unrealistisch optimistischen Bewertungspraxis mit Fortführung der Liegenschaft auf unendlich abzuweichen.

Die Komplexität von Investitionsentscheiden unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit und ökologischer Nachhaltigkeit ist indessen hoch. Um so wichtiger sind fundierte Entscheidungsgrundlagen, die der Realität möglichst nahe kommen, damit heute die richtigen Entscheide im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung getroffen werden. Diesem Ziel ist der vorliegende Bericht verpflichtet.


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