Trockenschäden: Wie weiter im Wald beider Basel?

In den Wäldern beider Basel hat der heisse und trockene Sommer des letzten Jahres tiefe Spuren im Baumbestand hinterlassen. Für die Region ist die Schliessung von Teilen des Hardwalds historisch: Dort sind rund ein Fünftel der Bäume vertrocknet. Die Basler Waldeigentümer fordern Unterstützung von Kantonen und Gemeinden, um die Schäden zu beheben.

Luftaufnahme des Basler Hardwalds vom 14. Juni.
Bild Christian Kleiber, Birsfelden

 

 

Der Hardwald ist ein Extrembeispiel, aber es zeigt entsprechend drastisch die Auswirkungen des Klimawandels im Basler Wald. Neben der Sicherheitsproblematik für Waldbesucher und Forstpersonal stellt sich insbesondere die Frage der Wiederherstellung. ‹Den Verlust tragen einmal mehr unsere Waldbesitzer›, sagt der Präsident von WaldBeiderBasel, Philipp Schoch.

 

Reto Saboz, stellvertretender Dienststellenleiter des Amts für Wald beider Basel, fasst die Optionen zusammen: ‹Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird ein verändertes Waldbild mit einem hohem Anteil an totem Holz und entsprechend eingeschränkten Erholungsmöglichkeiten akzeptiert, oder es werden zusätzliche Mittel zur Wiederherstellung und Pflege gesprochen.›

 

Millionenschaden im Hardwald

 

Aktuelle Luftbilder machen die Situation im Hardwald augenfällig. ‹Wir haben im gesamten Waldgebiet abgestorbene Bäume. Insbesondere Buchen sind von den Folgen der Trockenheit betroffen. Die Sicherheit der Waldbesucher steht im Vordergrund, darum bleibt ein Grossteil des Hardwalds bis auf weiteres gesperrt›, erklärt Christian Kleiber, Revierförster Bürgergemeinde der Stadt Basel.

 

‹Damit der Hardwald der Bevölkerung wieder als Erholungsraum zugänglich gemacht werden kann, braucht es nun einen langen und kostspieligen Prozess. Nach letzten Erkenntnissen ist der Schaden wirklich enorm – wir sprechen von rund 2000 toten Bäumen und von Gesamtkosten im Millionenbereich›, weiss Daniel Müller, Direktor und Bürgerratsschreiber der Bürgergemeinde der Stadt Basel.

 

Ruf nach kantonaler Unterstützung

 

Allein für die Sicherung der Trinkwasserversorgung durch die Hardwasser AG, so Müller, dürften Kosten von über einer halben Million Franken anfallen. ‹Da kann es wohl nicht sein, dass die Bürgergemeinde als Waldeigentümerin ganz alleine für die anstehenden Sofortmassnahmen sowie die Neupflanzungen und damit verbundene Pflege geradestehen muss. Gerade Kantone und Gemeinden werden deshalb in diesen Tagen kontaktiert.›

 

Auch Raphael Häner, Geschäftsführer von WaldBeiderBasel, sieht beim Hardwald die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt in der Pflicht. Die Waldbesitzer reagierten aber auch mit langfristig angelegten Massnahmen auf den Klimawandel, etwa indem man klimaresistente Bäumen wie Eichen anpflanze oder die natürliche Verjüngung fördere. Auch diese Ansätze, so Häner, verdienten mehr finanzielle Unterstützung vom Kanton.

 


Link www.waldbeiderbasel.ch