Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Stoffliche Verwendung von Holz entwickelt sich in der Schweiz positiv

Für sechs Endbereiche der Produktionskette Holz ist der stoffliche Verbrauch von der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU neu ermittelt worden: Bauwesen, Holz im Aussenbereich, Möbel und Innenausbau, Verpackung, Holzwaren und Do-it-yourself. Die Projektergebnisse bilden einen im Vergleich zu 2001 gestiegenen Holzendverbrauch ab und zeigen einen positiven Trend zur stofflichen Nutzung von Holz in der Schweiz.

 

Holzendverbrauch 2009

Grafik Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau

 


Insgesamt wurde für das Jahr 2009 ein Holzeinsatz von rund 2,77 Mio. m3 für die stoffliche Verwendung im Bereich Holzprodukte berechnet (2001: 2,52 Mio. m3). Gemäss den Ergebnissen wurden 2009 45% der Holzmenge verbaut, 31% für Möbel und Innenausbau verbraucht und 15% für Verpackungen verwendet. Die Bereiche Energieholz und Papier/Karton, die ebenfalls Endverbrauchsbereiche der Produktionskette Holz sind, werden vom BAFU in separaten Publikationen abgebildet.

 

Löwenanteil für Bau und Innenausbau/Möbel

 

Im Bauwesen wurde mit insgesamt 1,25 Mio. m3 Holz und rund 45% der ermittelten Holzmenge der grösste Anteil des Holzes eingesetzt. Das Segment umfasst Gebäude, Türen, Fenster, Treppen, Infrastrukturbauten und Bauhilfsstoffe. Rund ein Sechstel der Holzmenge in diesem Bereich wurde für Bauhilfsstoffe verwendet, zwei Drittel flossen in den Neu-, An- und Umbau von Gebäuden. Das hohe Niveau der Bautätigkeit in der Schweiz hatte wesentlichen Einfluss auf die eingesetzten Mengen.

 

Holz im Aussenbereich ergänzt das Segment Bauwesen. Die Einsatzmengen wurden mit rund 72000 m3 Holz und einem Anteil von knapp 3% berechnet. Die Marktentwicklung ist in diesem Bereich weiterhin dynamisch.

 

Im Bereich Möbel/Innenausbau wurden im Jahr 2009 rund 0,86 Mio. m3 Holz und damit rund 31% der ermittelten Holzmengen für Holzprodukte eingesetzt. Im Bereich Innenausbau spielen die Umbauten und Renovationen von öffentlichen Gebäuden und Gewerbebauten eine grosse Rolle. Für Möbel mit privater und gewerblicher Nutzung wurde über die Hälfte der eingesetzten Holzmenge verwendet. Dabei ist der erhebliche Importanteil an den eingesetzten Mengen im Möbelabsatz zu beachten.

 

15% für Paletten und Kisten

 

Für Verpackungen, vor allem Paletten und Kisten, wurden rund 0,42 Mio. m3 und damit ein Anteil von rund 15% an den ermittelten Holzmengen für Holzprodukte verwendet. Die Marktentwicklung im Verpackungsbereich wird stark von der Wirtschaftslage beeinflusst. Die Holzmengen lagen unter anderem aufgrund der schwierigen Wirtschaftentwicklung im Jahr 2009 unter den Vorjahren.

 

Im Segment Holzwaren flossen rund 0,17 Mio. m3 Holz in sehr unterschiedliche Produktgruppen. Der Anteil am Holzendverbrauch für Holzprodukte lag bei rund 6%. Der Bereich Holzwaren ist von einem stark internationalisierten Warenaustausch im Import und Export gekennzeichnet.

 

Der Bereich Do-it-yourself wurde als Vertriebskanal zusätzlich ausgewertet. Knapp 5% des Holzendverbrauchs für Holzprodukte wurden 2009 über diesen Kanal abgesetzt. Einen starken Einfluss hat dieser Vertriebskanal im Einsatzgebiet Holz für den Aussenbereich.

 

Neue Projektmethodik

 

Die Methodik für die vorliegende Studie 2009 unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von vorhergehenden Erhebungen über den Holzendverbrauch in der Schweiz, die von anderen Institutionen für die Jahre 2001 und 1996 durchgeführt wurden.

 

Das Datenmodell wurde komplett neu aufgebaut. Es umfasst 51 verschiedene Projektbereiche. Diese können mit der gleichen Methodik auch in Zukunft systematisch aktualisiert werden. Ein direkter Vergleich wird daher für die zukünftigen Aktualisierungen möglich sein.

 


Link Forschungsbericht Holzendverbrauch der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau (PDF, 1,06 MB)