Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Start für 30. UNO-Klimakonferenz in Brasilien

Die 30. UNO-Klimakonferenz – kurz COP30 – findet von heute Montag bis zum 21. November in Belém in Brasilien statt. Bundesrat Albert Rösti wird die Schweiz in der zweiten Verhandlungswoche auf Ministerebene vertreten. Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass alle Länder, vor allem diejenigen mit grossem Treibhausgasausstoss, ambitionierte neue Verminderungsziele einreichen.

Das Pariser Übereinkommen verpflichtet alle Staaten, ihre Treibhausgasemissionen zu senken. Dazu müssen sie ihre nationalen Klimaziele (‹Nationally Determined Contribution›, NDC) alle fünf Jahre verschärfen, entsprechende Massnahmen umsetzen und regelmässig über die Fortschritte berichten. Im Zentrum der COP30 stehen die neuen Klimaziele, welche die Vertragsstaaten des Pariser Übereinkommens einreichen müssen.

Der gegen Ende Oktober vorgelegte NDC-Synthesebericht zeigt deutliche Fortschritte bei der Emissionsreduzierung sowie gesamtwirtschaftliche Ansätze in den nationalen Klimaplänen der Länder. Berechnungen zeigen, dass die globalen Emissionen bis 2035 erstmals deutlich um 10% sinken werden. Dies reicht jedoch bei weitem nicht aus.

Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass insbesondere Länder mit hohem Treibhausgas-Ausstoss ambitionierte neue Reduktionsziele festlegen und wirksame Massnahmen ergreifen, um das 1,5-Grad-Ziel einhalten zu können. Die Schweiz hat ihr neues, verstärktes Klimaziel im Januar 2025 eingereicht. In Belém wird sie sich dafür einsetzen, dass die Staaten Empfehlungen der COP28 von 2023 in Dubai weiterverfolgen, namentlich die Verdreifachung der erneuerbaren Energien und die Verdoppelung der Energieeffizienz bis 2030 sowie den weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas bis 2050.


Tagungsort im globalen Schaufenster

Brasilien steht als Austragungsort einer Klimakonferenz unter besonderer Beobachtung. Im brasilianischen Amazonasgebiet ist seit 1985 eine Waldfläche verlorengegangen, die grösser als Spanien ist. Die stärkste Abholzung erfolgte zwischen 1995 und 2004. Nun ist sie nach Angaben der Regierung das vierte Jahr in Folge zurückgegangen: Zwischen August 2024 und Juli 2025 sei eine Fläche von 5796 km2 zerstört worden, 11% weniger als im Vorjahr.

Brasiliens Präsident Lula will die Abholzung bis 2030 auf null reduzieren und hat dazu Milliardeninvestitionen in einen neuen Fonds zum Schutz tropischer Wälder angekündigt. Im März hatte indessen ein BBC-Bericht für Unruhe gesorgt, für den Klimagipfel in Belém werde eine neue vierspurige Autobahn gebaut, die Avenida Liberdade, die durch Zehntausende Hektaren geschützten Amazonas-Regenwald führe.

Der brasilianische Bundesstaat Pará reagierte umgehend mit einem Dementi: Die Avenida Liberdade sei nicht Teil des Investitionspakets des Bundes und der Länder für die COP30. Es handle sich dabei um ein Projekt, das 2020 begonnen worden sei, noch bevor Belém als Austragungsort der COP ausgewählt worden sei. Die Strasse werde in einem Gebiet gebaut, das bereits seit langem bewohnt sei und durch das eine Stromleitung verlaufe. Die Trasse folge einem Streifen, in dem zuvor die Vegetation gerodet worden sei.


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