Schreinerlehre kommt bei den meisten Lernenden gut an
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Über 90% der Lernenden beurteilen ihre Lehrzeit als positiv oder sehr positiv. Besonders geschätzt werden die persönliche Betreuung im Betrieb, das gute Arbeitsklima, die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, und die Qualität der überbetrieblichen Kurse und des Unterrichts in den Berufsfachschulen. ‹Diese Rückmeldungen zeigen, dass die Schreinerbranche gute Arbeit leistet – insbesondere in der Ausbildung durch Klein- und Mittelbetriebe›, sagt Rolf Kümin, Leiter Bildung beim Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten VSSM.
Gleichzeitig zeigt die Umfrage differenziert auf, wo Verbesserungen notwendig sind. Knapp 42% der Lernenden empfinden die Entlöhnung in der Branche als ungenügend. Fast ebenso viele haben Mühe, ausreichend Zeit zum Lernen zu finden. Einzelne Lernende berichten zudem von überlangen Arbeitstagen, mangelnder Wertschätzung durch Vorgesetzte, hohen körperlichen Belastungen und Problemen im Umgangston innerhalb der Betriebe.
Berufsleute in der Branche halten
Der VSSM nimmt die genannten Kritikpunkte auf und lässt diese in seine Bildungsinitiativen einfliessen, um die Schreinerlehre noch attraktiver zu gestalten. Berufsbildnerinnen und Berufsbildner sollen stärker in ihren pädagogischen Kompetenzen geschult, Betriebe mit offensichtlichen Defiziten gezielt begleitet werden. Themen wie Lohntransparenz, faire Arbeitszeiten und wertschätzende Führung werden verstärkt in die Berufsbildung integriert.
‹Die Qualität der Ausbildung entscheidet mit darüber, ob junge Berufsleute in der Branche bleiben. Darum investieren wir gezielt in eine starke Begleitung und Entwicklungsmöglichkeiten nach der Lehre›, sagt Kümin. Die Umfrage zeigt: Wer sich im Beruf wohlfühlt, bleibt eher in der Branche. Besonders geschätzt werden die Arbeit mit Holz, die Praxisnähe und das gute Teamgefühl. Doch knapp 20% der EFZ-Lernenden ziehen nach der Lehre einen Branchenwechsel in Betracht – sei es wegen Belastung, Lohn oder mangelnder Perspektiven. Der VSSM will diesen Trend stoppen – mit besseren Laufbahnperspektiven, gezieltem Berufsmarketing und attraktiven Weiterbildungsangeboten.
Links Umfragebericht (PDF, 676 KB) | vssm.ch