Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Nichts ist so beständig wie der Wandel – auch bei Lignum

In eigener Sache: Das Jahr 2026 bringt Veränderungen im Lignum-Kommunikationsteam. Sie betreffen auch die Redaktion der Lignum-News. Ende Februar geht Michael Meuter, bei Lignum zuständig für Information und PR und verantwortlicher Redaktor des ‹Lignum Journals›, nach 25 Lignum-Jahren in Pension.

Michael Meuter
Lignum Information + PR

 

Mitte der Neunziger war das Internet als Tool für alle noch jung. Es blinkte meist noch in HTML3 aus dem Screen und erforderte eine ziemliche Portion Geduld, um es zu nutzen. Erinnern Sie sich an den quietschknurrenden Ton des Modems beim Einloggen? Grafisch war manches etwas seltsam, was es an Websites schon gab, und man fand oft (noch) nicht, was man suchte. Aber man ahnte, dass in dem jungen Hund mehr steckte, als mancher zunächst dachte, als er ihm in der neuen digitalen Welt zum ersten Mal begegnete.

Anstecken vom neuen Medium liess sich auch die Lignum. Ab 1998, als der Internet-Boom so richtig losging – Google wurde erst gerade in diesem Jahr gegründet, aber der Rubel rollte bereits –, leistete sie sich eine Website. Ein Content Management System für Redaktoren gab es für die Lignum-Website allerdings noch nicht. Wer einen Buchstaben ändern wollte, brauchte dafür den Webmaster. Dynamisch war das Web damit definitiv noch nicht. Um so mehr freute man sich über die paar tausend Besucher, welche die Lignum-Seiten von Januar bis Dezember durchscrollten.


Analoge Welt für Text und Bild

Tönt modern. Aber seien wir ehrlich: Digitales war ansonsten noch dünn gesät. Pressemitteilungen verschickte die Lignum Ende der Neunziger noch per Post. Was Bilder betrifft: Im Gang der Lignum-Geschäftsstelle standen voluminöse Holzkästen mit ausziehbaren Glasschubladen über einer Lage Neonröhren, eine Sonderanfertigung aus Schreinerhand. Darin verbargen sich tausende sorgfältig gerahmte Kleinformatdias, das Resultat vieler Jahrzehnte eigenhändiger Dokumentationsarbeit des Lignum-Teams.

Journalistinnen und Journalisten, die Bildmotive rund um Holz und Holzbau suchten, kamen persönlich vorbei und knieten sich mit dem Katalogheft in die Sammlung. Wurden sie fündig, nahmen sie die Bilder gegen Quittung mit und gaben sie in der Druckerei in die Repro. Der Artikel erschien; die Bilder blieben aus. Das Lignum-Sekretariat verbrachte Stunden und Tage damit, ausgeliehenen, aber nie zurückgeschickten Bildern nachzuspüren und sie wieder in die Sammlung zurückzuführen.


Papier, so weit das Auge reichte

Bücher zu Holzbauarchitektur, Konstruktion und Material waren bei der Lignum gefragte Wissensträger. Dafür kooperierte die Lignum mit anerkannten Partnern wie dem Baufachverlag und später mit dem Birkhäuser-Verlag. Die Lignum betrieb ein ansehnliches Lager für ihre eigenen, die koproduzierten und zugekauften Produkte. Ein Mitarbeiter rüstete dort tagein, tagaus Paket um Paket. Bauherren-Broschüren gingen an jeder Messe palettenweise weg; sie belegten unzählige Kubikmeter im Lager und wurden täglich am Laufmeter verschickt.

Fach- und Publikumsmessen waren der Renner, um Holzinformationen unter die Leute zu bringen. Fachbesucherinnen und -besucher an den von Ausstellern wimmelnden Veranstaltungen führten lange Gespräche mit den Technikern der Lignum; junge Paare mit Kinderwagen wollten am Samstag alles wissen über die Eigenschaften von Holz und das beste Vorgehen, wenn man damit ein eigenes Haus bauen wollte. Mit prall gefüllten Taschen voller Informationsschriften verliessen sie die Hallen. Die Lignum druckte vor der nächsten Messe nach, was das Zeug hielt.


Digitale Produkte gewinnen die Oberhand

2007 wurde das erste iphone vorgestellt, und mit diesem kleinen Ding (und ein paar anderen Sachen) veränderten sich die Welt und die Menschen in rasendem Tempo. Heute wollen alle nur noch Digitales. Und so finden akkreditierte Medienschaffende bei der Lignum mittlerweile rund 3000 druckfähige Bilder zu Wald, Holz, Holzverarbeitung und Holzbau in der Schweiz zum einfachen Download aus einer Datenbank. Dazu kommen viele Dutzend Presserohstoffe als Word-Datei, die alle wichtigen Holz-Verwendungszwecke rund um das Haus abdecken – vom Terrassenrost über den Innenausbau bis zur Aufstockung.

Auch die Schriften der Lignum für Fachleute, Bauherren und Endverbraucher sind digital geworden. Die Lignum bietet ihre Periodika – Holzbulletin und Lignatec – auch als Online-Blätterkataloge an. Und sie verbreitet ihre technischen Dokumentationen nicht mehr nur in gedruckter Form, sondern eröffnet Mitgliedern wie Auszubildenden auch den Zugang zu E-Books und – im Falle von Firmenmitgliedern – zu PDFs mit Wasserzeichen. Broschüren lassen sich von jedermann und jederfrau als PDF bequem herunterladen. Das geschieht jeden Monat zehntausendfach.


Web-Angebote der Lignum im Zentrum

Die Lignum-Website, heute mit exponentiell gewachsener Besucherzahl, ist die Drehscheibe für den Wissenstransfer zu Holz für alle Anspruchsgruppen. Sie ist längst responsiv aufgebaut, so dass sie nicht nur am Desktop, sondern auch auf dem Handy ansprechend daherkommt. Newsletter, Medienmitteilungen, Hinweise auf Verlagsnovitäten, Mitgliederinformationen: alles wird elektronisch verschickt, wie man es heute eben erwartet. Der Online-Shop erschliesst die gesamte Produktepalette der Lignum, ob analog oder digital.

Rund um die Kernwebsite lignum.ch sind weitere wichtige digitale Plattformen der Lignum entstanden: Das Tool ‹holzbulletin online› verortet die fortlaufend im Rahmen unserer vierteljährlichen Bautendokumentation publizierten Werke auf einer interaktiven Karte. Jahr um Jahr zugelegt hat die ursprünglich als Schallschutzkatalog gegründete Datenbank für Produkte und Bauteile im Holzbau unter dem Namen lignumdata.ch. Die Website holz-bois-legno.ch versammelt alles, was es zum Thema Schweizer Holz und zum diesbezüglichen Label der Lignum zu sagen gibt. Das jüngste Kind ist die Plattform bauenmitholz.info für ökonomische und ökologische Kennzahlen im Holzbau, die sich an Investoren richtet.


Lignum-Kommunikation stellt sich neu auf

Der Prozess der Veränderung ist damit nicht zu Ende. Laufend ploppen in der stürmisch vorwärtsdrängenden Digitalisierung, die mittlerweile alle Lebensbereiche durchdringt, neue Tools, Plattformen und Technologien auf. Wer sich im Getümmel nicht verlieren will, muss mit Bedacht auswählen, denn auch Neues muss Bestand haben, um wieder etwas einzuspielen. Blosses Feuerwerk, das Rennen von Rakete zu Rakete, ist nicht vereinbar mit einem ökonomischen Einsatz der Mittel.

Meine Kollegin Jutta Glanzmann, bei Lignum zuständig für die Technische Kommunikation und Chefredaktorin des ‹Holzbulletins›, wird zusammen mit meinem Kollegen Christoph Spinnler, der Marketing Schweizer Holz leitet, das Feld der Lignum-Kommunikation nach meinem Weggang Ende Februar neu strukturieren. Ich bin sicher, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen werden, um die Lignum zukunftsgerecht zu positionieren und ihrem Kernauftrag gerecht zu werden: mit Kompetenz mehr Markt für Holz zu schaffen.


Auf Wiedersehen!

25 Jahre Lignum: Das scheint viel, doch es ist nur ein Abschnitt in einem Kontinuum und ein Ausschnitt aus einem Verbund von Menschen, die ein Ziel teilen. 2031 wird die Lignum 100 Jahre alt. Es ist ein Privileg, viele derjenigen persönlich zu kennen oder gekannt zu haben, die sich in dieser Organisation in den letzten fünfzig Jahren für das Vorankommen von Holz eingesetzt haben. Teil dieser ganz speziellen Community zu sein, macht Freude und erfüllt mich mit Stolz. Das bleibt so, auch wenn ich mich Ende Februar aus meiner aktiven Rolle bei Lignum verabschiede. Ich freue mich darauf, von der einen oder dem andern auch ab März 2026 wieder zu hören.


Michael Meuter, Information + PR Lignum
Verantwortlicher Redaktor ‹Lignum Journal›