Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Münchner Büro-Holzhybridbau holt zwei ‹Iconic Awards›

Mit biophiler Gestaltung will der Holzhybridbau ‹The Stack› neue Masstäbe für nachhaltige Arbeitswelten in München setzen. Lorbeeren gibt es dafür bereits vor der Fertigstellung: Das Projekt räumte beim internationalen ‹Iconic Award› 2025 gleich doppelt ab. Der German Design Council zeichnet das von Wilmotte & Associés entworfene Bürogebäude sowohl in der Kategorie ‹Architecture – Corporate› als auch für Materialinnovation aus.

Das Bürobau-Projekt in München Mitte verbindet architektonische Identität, Materialinnovation und New-Work-Konzepte. Dabei funktioniert das Gebäude wie ein intelligentes Kreislaufsystem: Automatisch bewässernde Fassadenelemente versorgen die Fassadenbegrünung autonom mit Regenwasser. Gleichzeitig speichern 1800 m3 Holz Kohlenstoff für Jahrzehnte – eine CO2-Zeitmaschine mitten in der Stadt. Die Fertigstellung ist für Ende 2025 geplant. Ab Frühjahr 2026 soll ‹The Stack› zum Leben erwachen, wenn die ersten Pflanzen aus den Fassadenelementen spriessen.
Visualisierungen Rendart/Accumulata

 

Der German Design Council würdigt in der Kategorie ‹Architecture – Corporate› die namensgebende Fassade. Durch vorspringende Alkoven fügt sich der Baukörper in die heterogene Blockrandbebauung ein und schafft gleichzeitig eine unverwechselbare architektonische Identität. Das Vor- und Zurückspringen der Baukörper erzeugt eine charakteristische Stapelung – daher der Name ‹The Stack›.


Activity-Based Working und Biophilic Design

‹The Stack› setzt Erik Veldhoens Vision des ‹Activity-Based Working› konsequent um: 17000 m2 flexibler Flächen, die sich wie ein adaptives System an unterschiedliche Arbeitsweisen anpassen. Der 1200 m2 messende Dachgarten mit Rundumblick über München und die Alpen verkörpert diese Vision: Intensive Begrünung mit wissenschaftlich fundierten Biodiversitätszonen, Pergolen für Outdoor-Meetings mit mobilem Equipment und Sitzlandschaften, die Arbeiten unter freiem Himmel ermöglichen.

Das neuartige Bürogebäude setzt aber auch Biophilic Design gezielt ein. Der Holzeinsatz beim Tragwerk reguliert die Luftfeuchtigkeit und schafft ein behagliches Raumklima. Die geplante Fassadenbegrünung sorgt für Verschattung und Verdunstung und wirkt wie eine natürliche Klimaanlage. Pflanzen binden Schadstoffe und Feinstaub und bekämpfen messbar den Hitzeinsel-Effekt.


Architektur wird zur intelligenten Fassade

Die zweite Iconic-Auszeichnung für Materialinnovation würdigt sowohl die Holzhybridkonstruktion als auch das Fassadensystem. 1800 m3 österreichische Fichte bilden die oberirdische Tragstruktur. ‹The Stack› verursacht dadurch gemäss seinen Planern 59% weniger CO2-Emissionen als konventionelle Neubauten. Hightech steckt zudem in der Fassade, insbesondere in der integrierten Fassadenbegrünung, die eine automatisierte Bewässerung der Pflanzen ermöglicht.

Das Regenwasser wird dafür in einer unterirdischen Zisterne gesammelt. Feingliedrige Leitungen, die in den Fassadenelementen integriert sind, führen es zu jedem der 39 Pflanztröge – ein durchdachtes Versorgungssystem, das die Fassade am Leben hält und bis zu 80% Wasser spart.


Links wilmotte.com | the-stack-munich.com