Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Lignum-Delegierte tauchen in Schweizer Holz ein

Am 24. November trafen sich die Lignum-Delegierten zu ihrer Herbstversammlung bei der Konrad Keller AG in Stammheim. Deren Produktpalette spiegelt die Vielfalt von Schweizer Holz in ihrer ganzen Fülle. Nach der Genehmigung des Budgets 2026 stand die Verabschiedung von Kaspar Reutimann aus dem Lignum-Vorstand im Zentrum des Anlasses. Verschiedene neue Köpfe rücken im Leitungsgremium der Organisation nach.

Oben: Die Lignum-Delegierten traten am 24. November 2025 bei der Konrad Keller AG in Stammheim zusammen. Mitte: Aus dem Lignum-Vorstand verabschiedet wurde an der Delegiertenversammlung in Stammheim Kaspar Reutimann (Mitte) als Vertreter des Trägerverbands WaldSchweiz. Seine Nachfolge in dieser Rolle tritt die Bündner Nationalrätin Anna Giacometti an, Vizepräsidentin von WaldSchweiz. Unten links: Das mit dem Label Schweizer Holz ausgezeichnete neue Gebäude auf dem Firmenareal der Konrad Keller AG in Stammheim zeigt mit der Terrasse des oben liegenden Gemeinschaftsraums, wo die Lignum-Delegiertenversammlung stattfand, eine markante Auskragung. Unten rechts: Tim Keller (Mitte) nahm als Vertreter der nächsten Führungsgeneration der Konrad Keller AG die Objektauszeichnung mit dem Label Schweizer Holz für das neue Werkstattgebäude entgegen. Rechts Lignum-Präsident und Ständerat Jakob Stark, links Lignum-Direktorin Sandra Burlet.
Bilder Michael Meuter, Zürich

 

Ständerat und Lignum-Präsident Jakob Stark leitete die Versammlung mit einigen Bemerkungen zur aktuellen Situation von Wald und Holz im Kontext der eidgenössischen Politik ein. Die neue Integrale Wald- und Holzstrategie soll im Dezember vom Bundesrat beschlossen werden. Die Branche sieht ihrer Inkraftsetzung mit Spannung, aber auch mit Zuversicht entgegen.

Weniger Freude machen die Sparpläne des Bundes im Rahmen des Entlastungsprogramms 27, über das sich der Ständerat in dieser Wintersession beugt: Die Branche wehrt sich gegen empfindliche Kürzungen beim Aktionsplan Holz und setzt sich für eine verhältnismässige Sparpolitik des Bundes ein.

Der Holzmarkt brummt derzeit. Eine hohe Nachfrage sorgt für steigende Preise – sicherlich eine gute Ausgangslage für eine Mehrernte im Schweizer Wald. Die Holzkette hat sich Ende August mit dem ‹Muni Max› am ESAF in die Herzen des Publikums gespielt; die ‹Tage des Schweizer Holzes› im September waren ein Grosserfolg. Holz fand auch an der gleichnamigen Fachmesse in Basel im Oktober viel Zuspruch; die Messe verzeichnete 32000 Besucherinnen und Besucher. Und: Schweizer Holz-Know-how rückte an den Euroskills in Dänemark ins Rampenlicht – zum besten Zimmermann Europas wurde ein Schweizer Berufsmann gekürt.


Abschied von Kaspar Reutimann aus dem Lignum-Vorstand

Die statutarischen Geschäfte waren auch in Stammheim wieder rasch erledigt. Die 27 stimmberechtigten Delegierten der Dachorganisation verabschiedeten das Protokoll der Versammlung vom 15. Mai in Rafz einstimmig und genehmigten in der Folge ebenso einhellig das Budget 2026 der Lignum, das bei einem Gesamtaufwand von CHF 3,684 Mio. erneut mit einem kleinen Gewinn von CHF 11000.– rechnet.

Jakob Stark verabschiedete in der Folge in persönlichen Worten Kaspar Reutimann (Guntalingen) aus dem Lignum-Vorstand, in dem er ab Frühling 2022 den Trägerverband WaldSchweiz vertreten hatte. Der Lignum-Präsident würdigte den Waldbesitzer, Landwirt, Weinbauern und langjährigen kommunalen Exekutivpolitiker Kaspar Reutimann für seine diplomatische Art, in der er es verstand, im Lignum-Vorstand nicht nur die Interessen des Waldes pointiert zu vertreten, sondern auch als Mittler zwischen divergierenden Standpunkten in der Wertschöpfungskette Holz zu wirken.


‹Brückenbauer zwischen Wald und Säge›

Kaspar Reutimann konterte mit Bescheidenheit: Er betonte, er sei nur ‹ein kleines Zahnrad im Räderwerk der Hölzigen› gewesen. Es sei ihm jedoch tatsächlich immer ein Anliegen gewesen, sich als Brückenbauer zwischen Waldwirtschaft und Sägerei zu betätigen. Er habe immer wieder festgestellt, dass man zwar in der Holzkette Ziele teile, aber wenig wisse über die Bedingungen des benachbarten Gliedes. ‹Man muss zuhören können, sich finden und offen sein für Kompromisse›, gab er dem Plenum mit. Die Lignum-Delegierten verabschiedeten ihn mit warmem Applaus.

Seine Nachfolge im Lignum-Vorstand tritt die Bündner Nationalrätin und SELVA-Präsidentin Anna Giacometti an, die leider in Stammheim nicht mit dabeisein konnte. Sie ist Vizepräsidentin von WaldSchweiz. Neu im Lignum-Vorstand sind überdies Jacques Rime (Despond SA) als Präsident von Holzindustrie Schweiz, der Berner Grossrat und Lignum-Bern-Präsident Jürg Rothenbühler (Rothenbühler AG) als Präsident des Verbands Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten VSSM sowie – mit beratender Stimme – Leonie Ritscher als neue Geschäftsführerin von Holzwerkstoffe Schweiz HWS.


Rück- und Ausblick der Lignum-Geschäftsstelle

Lignum-Direktorin Sandra Burlet gab einen Abriss über die Leistungen der Lignum-Geschäftsstelle im zweiten Halbjahr 2025, wozu insbesondere die neue Lignatec-Ausgabe ‹Sommerlicher Wärmeschutz im Holzbau› zählt, die im Oktober sowohl in gedruckter Form als auch als E-Book erschienen ist. Eine Veranstaltung im Rahmen des Kongressformats ‹Focus› vertieft die Thematik an der kommenden Swissbau vom Januar 2026. Für das kommende Jahr steht ein Lignatec mit Fokus auf Raumakustik in Arbeit; zudem beschäftigen die Arbeiten für die neue Generation der ‹Holzbautabellen› die Techniker in der Lignum-Geschäftsstelle.

Sandra Burlet liess überdies auch die ‹Tage des Schweizer Holzes› vom 12./13. September noch einmal in Bildern Revue passieren und legte die Rückmeldungen der mitmachenden Unternehmen vor. 98% beurteilten den Event 2025 als gut oder sehr gut; zufrieden zeigten sie sich insbesondere auch mit der Besucherzahl, die insgesamt 55000 Personen erreichte, darunter – besonders wertvoll – fast 7000 Schülerinnen und Schüler. Die nächsten ‹Tage des Schweizer Holzes› sollen im Jahr 2030 über die Bühne gehen.


Schaufenster für Schweizer Holz in Stammheim

Nach einem feinen Lunch stellte sich der gastgebende Betrieb Konrad Keller AG in Stammheim den Delegierten und den mittags dazugestossenen Firmenmitgliedern der Lignum vor, ehe man sich in zwei Gruppen unter Führung von Martin Keller sowie seines Sohnes Andrin auf einen Rundgang begab. Im Sägewerk werden jährlich um die 18000 fm Rohholz verarbeitet. Der Ausstoss des Leimwerks beträgt 3000–4000 m3 pro Jahr. Im Hobelwerk entstehen diverse Halbfertigfabrikate, und im Pelletswerk sowie der Fernwärmezentrale wird das Restholz energetisch genutzt.

‹Wir verarbeiten ausschliesslich Schweizer Holz›, erklärt Verwaltungsratspräsident Martin Keller. Und das hat System: Sinn ist, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt, Arbeitsplätze lokal erhalten bleiben und auch neu geschaffen werden. Nachhaltigkeit ist hier Programm: ‹Aus den umliegenden Wäldern beziehen wir nachhaltig produziertes Rundholz. Mit der vollständigen Nutzung dieses nachwachsenden Rohstoffes schliesst sich der Holzkreislauf›, erklärt Keller.


Label Schweizer Holz für neues Werkstattgebäude

Das Credo des Betriebs zeigt sich auch im neuen Werkstattgebäude mit grosszügigem Gemeinschaftsraum unterm Dach, wo die Lignum-Delegierten tagten. Es besteht fast zu 100% aus Schweizer Holz, das aus der Produktion der Konrad Keller AG stammt. Die 138,4 m3 gelabeltes Holz zeigen sich aussen als Douglasie und Föhre, im Inneren als Esche, Eiche oder Kirsche. Nicht nur Dach, Wände, Decken und Böden sind aus hiesigem Holz, sondern auch die im Werkstattraum verwendete Kranbahn. Verleimt wurden deren Eschenträger im eigenen Betrieb.

Die eigens für den Gemeinschaftsraum hergestellten Tische und Stühle feiern die Vielfalt und Schönheit einer ganzen Reihe weiterer prachtvoller Holzarten aus dem Schweizer Wald. Lignum-Präsident Jakob Stark überreichte in Stammheim Tim Keller als Vertreter der nächsten Generation der Firmenleitung die Objektauszeichnung mit dem Label Schweizer Holz.


Link holz-bois-legno.ch