Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Laubholzbockkäfer-Befallsdruck in Zell sinkt

Der Asiatische Laubholzbockkäfer erschien in Zell im Kanton Luzern erstmals im August 2022 auf dem Radar der Behörden. Im laufenden Jahr wurden an einem Baum ein Ausflugloch und eine Larve entdeckt. Der Baum wurden umgehend gefällt. Die Gesamtzahl der seit August 2022 befallenen Bäume erhöhte sich damit leicht von 89 auf 90.

Baumpflegespezialist beim Einstieg in einen Ahorn.
Bild Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern
 

Seit seiner Entdeckung im August 2022 in Zell stellt der  Asiatische Laubholzbockkäfer die Bevölkerung, das Forstpersonal und die Behörden in der betroffenen Region vor grosse Herausforderungen. Nach Erkenntnissen der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL liegt der Erstbefall in Zell mindestens zehn Jahre zurück; er gilt als schwer. Der Käfer kann betroffene Bäume innerhalb weniger Jahre zum Absterben bringen. Und seine Bekämpfung geht ins Tuch: Für das Jahr 2025 schätzt die Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern die Gesamtkosten auf rund CHF 800000.–. 40% der Kosten übernimmt der Bund, 60% trägt der Kanton. 

Das Gemeindegebiet von Zell ist auf der Grundlage der bisherigen Funde in verschiedene Zonen unterteilt. In der Kernzone müssen alle spezifizierten Pflanzen – darunter Ahorn, Weiden, Eschen, Birken und Rosskastanien – präventiv gefällt werden. Denn um den Käfer zu tilgen, muss ihm konsequent die Lebensgrundlage genommen werden. Welche Pflanzen zu den spezifizierten gehören, gibt der Bund gestützt auf die Europäische Union vor. Bis heute wurden in Zell rund 3700 Bäume und Sträucher gefällt. Die meisten standen in privaten Gärten. Deshalb waren drei Viertel des gefällten Laubgehölzes kleiner als 8 m – knapp 40% sogar kleiner als 3 m.

Spezialteams aus Spürhunden, Forst- und Baumpflegepersonal haben das ganze Jahr über die Laubbäume in Zell kontrolliert. Sie entdeckten im März zwar noch ein Ausflugloch und eine Larve, während der diesjährigen Flugzeit des Käfers – von etwa April bis November – blieb das Monitoring aber ohne neue Funde. Die Massnahmen zeigen somit  Wirkung; der Befallsdruck durch den Laubholzbockkäfer konnte deutlich reduziert werden. Als getilgt gilt der Befall, wenn innerhalb von vier Jahren keine weiteren Käfer oder befallene Bäume entdeckt werden. Die Massnahmen werden entsprechend weitergeführt.


Link lawa.lu.ch