Label Schweizer Holz für Muni Max in Mollis
Oben: Lignum Präsident Jakob Stark und der zweifache ‹Eidgenosse› Roth Martin zeichneten die Holzvision Muni Max mit dem Label Schweizer Holz aus. Von links: Jakob Stark, Stefan Müller, Martin Antemann und Martin Roth. Unten: Muni Max ist das Wahrzeichen des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes in Mollis. Die Organisatoren rechnen über die drei Festtage Ende Monat hinweg mit insgesamt rund 350000 Besuchern.
Bilder Thomas Güntert
‹Ich habe von Anfang an an euch geglaubt›, sagte Jakob Stark beim Aufrichtfest für den Muni Max auf dem Festgelände des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes ESAF in Mollis. Der Thurgauer Ständerat und Lignum-Präsident dankte der vereinigten Holzkette, dass die ‹Holzvision Max› durch das Zusammenwirken von Forst und Sägereien, Holzindustrie und Holzbau, Schreinereien, Holzhandel und Logistik mit viel Eigeninitiative, hoher Risikobereitschaft, grossem Teamgeist und einer riesigen Begeisterung für den Werkstoff Holz Wirklichkeit geworden ist.
‹Munimässig Respekt vor eurer Leistung›
‹Ich habe munimässigen Respekt vor eurer Leistung›, betonte Stark. Weil bei diesem Projekt mit 326 m3 gelabeltem Schweizer Holz der geforderte Anteil Bauholz aus der Schweiz wie auch die nötige inländische Wertschöpfung bei weitem übertroffen wurde, wurde das Gesamtobjekt ‹Holzvision Max› mit Muni Max, Schwingerbar und Gabentempel mit dem Label Schweizer Holz ausgezeichnet.
‹Der Muni Max ist erster und wichtigster Botschafter des Schweizer Holzes›, betonte Stark, der die Ehrung zusammen mit dem zweifachen ‹Eidgenossen› Roth Martin vornahm. Stefan Müller und Martin Antemann nahmen die Plakette für den Verein ‹Säntis Innovations-Cluster Holz› entgegen, der insbesondere in der Säntisregion mit verschiedenen Aktivitäten Innovation, Vernetzung und Sensibilisierung für den Werkstoff Holz fördert.
Ein Leuchtturm des Schweizer Holzbaus
Der 182 Tonnen schwere hölzerne Stier, der 21 m hoch, fast 10 m breit und 36 m lang ist (siehe gesonderten Beitrag im Lignum Journal online von heute Dienstag), wurde zum Wahrzeichen des ESAF 2025, wo er mit seiner Mächtigkeit auch die Bedeutung der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft sowie die Kraft des regionalen Handwerks symbolisiert. Zahlreiche Waldbesitzer aus fünf Ostschweizer Kantonen haben für das Projekt rund 1200 Festmeter Rundholz kostenfrei zur Verfügung gestellt, Sägereibetriebe und Leimholzproduzenten die Rohware zu günstigen Preisen weiterverarbeitet und 29 Betriebe der Schweizer Holzindustrie die 437 Elemente vorgefertigt.
Insgesamt haben sich über 220 Unternehmen und rund 500 Lernende aus der gesamten Schweiz in ihren Betrieben und an überbetrieblichen Kursen an der ‹Holzvision Max› beteiligt. Diverse Ostschweizer Holzhändler haben mit ihrer aufwendigen Logistik die Verteilung der Holzprodukte von den Produzenten über die Verarbeiter bis zu den Monteuren in Mollis sichergestellt. ‹Wenn es drauf ankommt, kommt man aus all den Dörfern und Tälern zusammen und haut den Muni in drei Tagen auf den Platz›, rief Martin Antemann in die Menge.
Der Muni Max steht sicher auf zwei Stahlträgerrosten, die mit jeweils siebzig 3 m langen Schraubfundamenten in den Untergrund eingelassen sind. Aus Nebenprodukten des hölzernen Stiers wurden auch der Innenausbau für den Gabentempel, die Schwinger-Bar und der Stall für die Lebendpreise errichtet, in dem der Siegermuni ‹Zibu› des Glarner Züchters Bert Horner auf seinen neuen Besitzer wartet.
Holz-Muni bleibt der Öffentlichkeit erhalten
Die Kosten für die ‹Holzvision Max› belaufen sich auf rund CHF 3,6 Mio., wobei das Projekt nur dank der Mitfinanzierung durch Sponsoren und Gönner sowie dem grossen Engagement zahlreicher Personen und Unternehmen realisiert werden konnte. Der ‹Muni Max› ist auf eine Lebensdauer von 25 Jahren ausgelegt und soll in einer späteren Version im Innenraum mit Treppen, Lift, Ausstellungsebenen und Aussichtsplattform begehbar gemacht werden.
Da das hölzerne ‹Muniment› auf dem Flughafen in Mollis nicht stehen bleiben kann, weil es sonst den Flugbetrieb beeinträchtigen würde, soll der hölzerne Muni an einen anderen Standort in der Schweiz ‹umgestallt› werden. Ursprünglich sollte er auf die Schwägalp kommen und dort drei Jahre lang bleiben, um während der Erneuerung der Säntis-Schwebebahn eine alternative Touristenattraktion zu bieten.
Das Vorhaben wurde aus wirtschaftlichen Gründen jedoch aufgegeben. Wo der Muni nach dem ESAF hingeht, wurde an der Aufrichte aber nicht verraten. ‹Er bleibt in unserer Distanz, und es wird nicht so sein, dass ein Privater mit einem Nötli kommen und ihn mitnehmen kann›, sagte Antemann und bemerkte, dass dieses Rätsel am nächsten Wochenende beim ESAF gelöst werde.
Die Bieridee ist Realität geworden ...
‹Bei den Schwingfesten wird der Muni so aufgestellt, dass er in Richtung des Schwingerkönigs blickt, und unser Muni schaut Richtung Säntis, Toggenburg und Thurgau›, rief der Kuhflüsterer Christian Manser, der die Aufrichte moderierte und die Stimmung von Beginn anheizte.
Stefan Müller erzählte, dass die ‹Holzvision Max› vor vier Jahren bei einem Innovationstreffen mit dem Verein ‹Säntis Innovations-Cluster Holz› in Mollis aus einer Bieridee heraus entstanden sei. ‹‘Wir bauen einen Muni‘›, sagte Martin Antemann, und ich fügte hinzu, dass der so gross werden soll, dass man den Glärnisch dahinter nicht mehr sieht›, erinnerte sich Müller. Der Projektleiter erzählte aber auch von Tiefpunkten, die er erlebte, als sicher geglaubte Finanzhilfen abgelehnt wurden und der geplante Standort auf der Schwägalp nicht zustande kam.
... und das Resultat spricht für sich
‹In mir hat es gekocht, und ich hatte schlaflose Nächte›, sagte Müller. ‹Die Politik, die uns den Rücken gekehrt hat, läuft uns jetzt hintennach›, fügte Antemann hinzu. Der Muni Max wurde dennoch ein Gemeinschaftswerk mit nationaler Ausstrahlung, für das die Hölzigen mit den Vertretern aus Politik und Wirtschaft gemeinsam die Schweizer Nationalhymne sangen.
‹Die Idee, das Trojanische Pferd in den Schatten zu stellen, kommt nur von Handwerksgesellen, ein Stier aus Holz ist ein wahrer Zimmererstolz›, sagte der Holzbaupolier Reto Gort in seinem Richtspruch, den er zusammen mit Dario Jäger von der Jäger Holzbau AG in Vilters vorgetragen hatte. Mit dem Zimmermannsklatsch zahlreicher Berufsvertreter wurde dann zum geselligen Teil übergeleitet, der bis in die tiefe Nacht dauerte.
Links holzvisionmax.ch | holz-bois-legno.ch | Tage des Schweizer Holzes vom 12./13. September