Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Im Wald ist es tatsächlich immer etwas kühler

Die kühle Frische an heissen Sommertagen beim Spazieren im Wald ist nicht nur ein subjektiver Eindruck. Forscher aus Europa und den USA können den Temperaturunterschied innerhalb und ausserhalb von Wäldern mit handfesten Messungen belegen. Ihre Daten zeigen, dass die maximale Temperatur in Wäldern weltweit im Durchschnitt vier Grad tiefer liegt als ausserhalb.

Das Blätterdach der Wälder funktioniert wie eine Isolationsschicht. Pflanzen und Tiere im Wald sind dem aktuellen Erwärmungstrend daher weniger stark ausgesetzt als Arten, die nicht im Wald leben.
Bild Michael Meuter, Zürich

 

‹Bäume bilden mit ihren Blättern und Ästen eine wärmedämmende Schicht über dem Wald›, erklärt Florian Zellweger von der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in Birmensdorf. ‹Deshalb sind die sommerlichen Höchsttemperaturen im Wald viel niedriger als im Freien. Im Winter und in der Nacht kehrt sich dieses Muster um: Die Waldtemperaturen sind im Durchschnitt um ein Grad höher.›

Das Blätterdach mildert also sommerliche Hitzewellen deutlich ab. ‹Pflanzen und Tiere im Wald sind dem aktuellen Erwärmungstrend daher weniger stark ausgesetzt als Arten, die nicht im Wald leben›, sagt Zellweger. ‹Da Wälder ein Viertel der Erdoberfläche bedecken und zwei Drittel der gesamten Biodiversität beherbergen, macht dies einen grossen Unterschied bei Vorhersagen darüber, wie sich der Klimawandel auf die Naturvielfalt auswirken wird.›

Die Messungen stammen von 98 Standorten auf fünf Kontinenten – in den Tropen, in der gemässigten Zone und in den nördlichen borealen Wäldern. In der Schweiz griffen die Wissenschaftler auf die Daten der von der WSL durchgeführten Langfristigen Waldökologieforschung zurück. Diese sammelt schon seit den neunziger Jahren auf insgesamt 19 Forschungsflächen in der ganzen Schweiz detaillierte Daten über die Umwelteinflüsse auf Wälder.


Link www.wsl.ch