Holzindustrie im DACH-Raum fordert Kurskorrekturen
Der Bundesverband der deutschen Säge- und Holzindustrie DeSH, der Fachverband der Holzindustrie Österreichs und Holzindustrie Schweiz HIS setzen auf regelmässigen Austausch und enge Abstimmung, um zentrale Themen der Wald- und Holzwirtschaft gemeinsam auf europäischer Ebene voranzubringen. Links aussen Michael Gautschi, Direktor von Holzindustrie Schweiz.
Bild HIS
Die Unternehmen der Säge- und Holzindustrie treffen aktuell auf ein spürbar geringeres Holzaufkommen. ‹Unsere Betriebe sind auf eine kontinuierliche Versorgung mit heimischem Holz angewiesen. Ohne eine gezielte Mobilisierung des Rohstoffs geraten Wertschöpfungsketten sowie Beschäftigung in den Regionen unter Druck, und der dringend erforderliche Waldumbau wird ausgebremst›, zeigt sich Stephan Lang, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Säge- und Holzindustrie DeSH, besorgt.
Neben regional begrenztem Rohstoffaufkommen wirken sich auch eingeschränkte Absatzmöglichkeiten negativ auf die Nutzung bestehender Kapazitäten aus. ‹Die Baukrise hatte in den vergangenen vier Jahren Mitteleuropa und auch unsere Branche fest im Griff. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Sägeindustrie hängt davon ab, welche Erlöse wir am Markt erzielen können›, betont Markus Schmölzer, Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie. ‹Wir hoffen, dass die Talsohle nun durchschritten ist.›
Regulatorische Hürden bremsen Holzmobilisierung und Waldumbau
Die vorgesehenen Vorgaben und Einschränkungen der EU-Wiederherstellungsverordnung verschärfen die schwierige wirtschaftliche Situation zusätzlich und bremsen die notwendige Holzmobilisierung. ‹Die Verordnung setzt auf einen statischen Ansatz und verkennt die Dynamik des Klimawandels und seine Auswirkungen auf unsere Wälder›, kritisiert Lang. ‹Dabei sind gerade Jahre ohne grössere Waldschäden entscheidend, um alte und besonders anfällige Wälder zu nutzen.›
Mit Blick auf anstehende Entscheidungen in Brüssel fordern die Verbände zudem eine realistische und kohärente Ausgestaltung der Senkenziele im LULUCF-Sektor (siehe auch weiteren Beitrag im Lignum Journal online von heute Montag). ‹Klimaschutz braucht bewirtschaftete, stabile und aktiv umgebaute Wälder›, erklären die drei Verbände unisono. ‹Holznutzung, Waldumbau und CO2-Senke dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden›, betont Michael Gautschi, Direktor des Verbands Holzindustrie Schweiz.
Links zukunft-holz.de | holzindustrie.at | holz-bois.ch