Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Holzbulletin im Herbst: Holz und Lehm – ein Team mit Zukunft

Holz wächst laufend in Fülle nach und bindet dabei Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Lehm steckt überall im Mitteland im Boden. Er wirkt temperatur- und feuchtigkeitsausgleichend und punktet hinsichtlich Grauenergie und Treibhausgasemissionen. Fünf aktuelle Bauprojekte verdeutlichen im Herbst-Holzbulletin der Lignum den Mehrwert, der aus der cleveren Kombination der beiden nachhaltigen Materialien entsteht.

Lignum-Holzbulletin 156/2025 – Bauen mit Holz und Lehm
32 Seiten A4, vierfarbig
Art.-Nr. 11156
Inhalt:
- Bürogebäude Hortus, Allschwil
- Bürogebäude Erne, Stein
- Mehrgenerationenhaus, Altendorf
- Schule Château d’Eau, Marly
- Wohnbauten La Bistoquette, Genf
Lignum-Mitglieder erhalten das Holzbulletin viermal jährlich automatisch und kostenlos per Post. Die vierteljährliche Bautendokumentation der Lignum kann man unabhängig von einer Mitgliedschaft abonnieren. Holzbulletin-Hefte können auch einzeln bezogen werden.
Die Ausgabe 156/2025 – Bauen mit Holz und Lehm geht Ende September in den Versand. Sie ist ab 6. Oktober im Lignum-Shop bestellbar.

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Auf der Weid in Obermeilen mit Blick auf den Zürichsee wird aktuell die Siedlung Burkwil gebaut. Geplant sind 104 Mietwohnungen und 900 m2 Gewerbeflächen in sechs Gebäuden, die sich um eine Art ‹Dorfplatz› mit Brunnen, einer Sitzbank und einer Linde gruppieren. Rund 160 bis 180 Menschen unterschiedlichen Alters sollen dort ab Anfang 2026 ein neues Zuhause finden.

Nebst diesem Ansatz des Mehrgenerationenwohnens als Teil einer sozialen Nachhaltigkeit, die Durchmischung und Partizipation zulässt, und dem damit verbundenen Angebot unterschiedlicher Wohnungstypen und -grössen stand ein weiterer Aspekt im Fokus des Entwurfs: Der Einsatz von nicht verleimtem Vollholz und Lehm vom eigenen Grundstück. Zwei Rohstoffe mit jahrhundertealter Bautradition – man denke nur an die Fachwerkhäuser –, die sich mit ihren Eigenschaften für eine zukunftsfähige Bauweise auch heute noch ideal ergänzen.


Holz und Lehm – zusammen stark

Denn Holzkonstruktionen sind stabil und langlebig. Die Qualität von Holz als thermischer Speichermasse ist allerdings beschränkt. Lehm, der im Schweizer Mittelland praktisch bei jedem Aushub als Hauptbestandteil vorkommt, wirkt hingegen temperatur- und feuchtigkeitsausgleichend und hilft beim Brand- und Schallschutz, eignet sich aber kaum für tragende Elemente. In Kombination aber überzeugen sie und werden zum idealen Paar.

Das belegen aktuell verschiedene weitere Pionierprojekte, die wie Burkwil auf die Verbindung von Holz und Lehm setzen – sei es in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz. So hat Weleda sein Hochregallager auf seinem neuen Logistik Campus in Schwäbisch Gmünd (D) mit Holz und Lehm realisiert. Dieses beeindruckt auf einer Grundfläche von 81 x 38 m durch eine 8 m hohe Stampflehmwand in Kombination mit einer nahezu vollständigen Bauweise in Massivholz, die Platz für 17000 Paletten bietet und komplett rückbaubar ist.

Für die Erweiterung der Unternehmenszentrale der Windkraft Simonsfeld AG in Ernstbrunn, Niederösterreich, setzte das Architekturbüro Reinberg auf einen klar gegliederten Holzskelettbau, der Flexibilität für künftige Anpassungen ermöglicht. Im Inneren ergänzt ein massiver Stampflehmkern diese Struktur und nimmt die Erschliessungs- und Servicebereiche auf. Durch ein darauf abgestimmtes Energiekonzept mit Bauteilaktivierung trägt dieser zur Regulierung des Raumklimas bei.


‹Hortus› und seine Nachfolger

Und mit ‹Hortus› in Allschwil haben Herzog & de Meuron zusammen mit der Bauherrschaft Senn Resources ein eigentliches Lehrstück im nachhaltigen Bauen geschaffen. An diesem Beispiel hätten sie zeigen wollen, dass nachhaltige Architektur zugleich ästhetisch, lokal, gesund und nützlich sein könne für die Gesellschaft, die Umwelt und die Wirtschaft, so Herzog & de Meuron. Kernstück dieses ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatzes ist das neuartige Deckensystem, das die Architekten gemeinsam mit ZPF Ingenieuren, Blumer Lehmann und Lehm Ton Erde aus rechteckigen Holzelementen mit gestampftem Lehm entwickelt haben.

Das Projekt ‹Hortus› stellen wir in dieser Holzbulletin-Ausgabe im Detail vor, ebenso wie das Projekt Mehrgenerationenhaus in Altendorf von Jomini & Zimmermann Architekt:innen, bei dem das für ‹Hortus› entwickelte Deckensystem ebenfalls eingesetzt wurde. Hier aber wurde der Lehm zum ersten Mal mit einem Roboter gestampft. Denn das Zürcher Startup Rematter will die für ‹Hortus› entwickelte Deckenlösung automatisieren, so dass sie gegenüber herkömmlichen Deckensystemen auch hinsichtlich Kosten konkurrenzfähig wird.


Zwei Westschweizer Projekte mit dabei

Im neuen Holzbulletin, das Ende Monat erscheint und den Weg zu Ihnen als Lignum-Mitglied automatisch und kostenlos findet, sind drei weitere spannende Projekte nachzulesen, die Holz und Lehm im Rahmen des architektonischen Konzepts zu einer überzeugenden Einheit verbinden: Der Erweiterungsbau von Erne in Stein, ein neu gebautes Schulhaus in der Freiburger Gemeinde Marly und eine Wohnüberbauung im Agglomerationsraum der Stadt Genf.

Die beiden Westschweizer Projekte wurden dieses Mal von Christine Demierre redaktionell betreut. Die Innenarchitektin mit einem Abschluss der Haute Ecole d’Arts et de Design in Genf wird künftig seitens Cedotec für die vorgestellten Projekte aus der Romandie verantwortlich zeichnen. Wir heissen Christine Demierre im Holzbulletin-Team herzlich willkommen – und Ihnen als Leserinnen und Leser wünschen wir eine gute Lektüre!


Jutta Glanzmann
Technische Kommunikation Lignum

 

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