Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Holz hilft Blatten – mit einem Hotel auf Zeit im Lötschental

Der Bergsturz vom Frühling dieses Jahres hat in Blatten rund zwei Drittel aller Hotelbetten zerstört. Nun entsteht auf der Lauchernalp ein provisorisches Hotel aus Holz. So kann ein Grundpfeiler des lokalen Auskommens wieder Fuss fassen: der Tourismus. Rechtzeitig zu Weihnachten wird eröffnet.

Der Wegfall oder die Unzugänglichkeit der Hotels in der Gemeinde Blatten führt zu einer drastischen Verringerung der Beherbergungskapazitäten im Lötschental. Damit gehen jährlich rund 30000 Logiernächte verloren. Mindestens fünf Jahre lang soll nun das provisorische Hotel auf der Lauchernalp stehen bleiben. Danach wird es abgebaut und kann in Blatten als Gruppenunterkunft, Mitarbeiterhaus für Hotelangestellte oder Jugendherberge wiederaufgebaut werden. Die Baukosten des Hotels werden auf rund CHF 4,2 Mio. geschätzt. Gemäss Angaben der Holzbauer werden im Projekt 338 m3 Holz verbaut. 266 m3 davon seien gelabeltes Schweizer Holz, was einem Anteil von rund 80% entspreche.
Bild pool Architekten

 

Der Bau wird von mehreren Mitgliedern der Hotelkooperation ‹Die Lötschentaler› sichergestellt, welche bereits zuvor Hotels in Blatten betrieben hat. Zudem wird das Projekt finanziell vom Kanton Wallis unterstützt. Geplant ist, dass das Hotel bereits zum Start der Wintersaison im Dezember eröffnet werden soll. Ein ehrgeiziges Unterfangen, das beste Planung voraussetzt. Aber nicht nur die knappe Zeit fordert das Planungsteam heraus: Ein Standort in der höchsten Erdbebenzone der Schweiz, grosse Schneemassen, Windlasten und Lawinengefahr müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Für das Projekt auf der Lauchernalp sind die Zürcher pool Architekten mit an Bord (Holzbauingenieure: Zeuggin Ingenieure und Gestalter AG, Basel). Gefertigt werden die benötigten Holzbauelemente für Wände und Decken in diesen Wochen bei Schäfer Holzbautechnik in Dottikon. Die Badezimmer werden als Module fixfertig vorproduziert und müssen vor Ort nur noch durch den Sanitär angeschlossen werden. Rund 15 Tage wird das Aufrichten im Lötschental dauern, danach kann bereits der Innenausbau beginnen.

Drei Stockwerke hoch wird das Hotel. Geplant sind 19 Zimmer mit 50 bis höchstens 75 Betten. Neben einer Reception und einem Aufenthaltsraum wird es auch Platz geben, um Skier, Snowboards oder Bikes zu verstauen. Ein Wermutstropfen: Ein Restaurant wird es im temporären Hotel nicht geben. Gleich gegenüber befindet sich aber das Panoramarestaurant Lauchernalp, das von den Gästen genutzt werden kann.

 

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