Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Hiesiges Holz schafft im Bünderland Stabilität fürs Leben

Die neue Aussenstation der Casa Depuoz in Tujetsch entstand mit viel gelabeltem Schweizer Holz. Der Neubau bietet zwölf Menschen mit einer Behinderung in drei übereinanderliegenden Wohneinheiten ein zeitgemässes Zuhause. Im neuen Wohnheim mit integrierter Tagesstätte finden Menschen, die selbständig leben können, eine wohnliche Bleibe und eine Beschäftigung.

Der Verein Casa Depuoz setzt sich dafür ein, dass Menschen mit einer Beeinträchtigung am gesellschaftlichen Leben teilhaben und ein selbstbestimmtes Leben führen können. In der neuen Aussenstation (Bauherrschaft: Verein Casa Depuoz; Architektur: Albertin Architekten, Haldenstein; Ingenieure: Caprez Ingenieure, Chur und Zürich; Holzbau: ruwa holzbau ag, Küblis) sind 230,50 m3 gelabeltes Schweizer Holz verbaut. Ausgezeichnete Bauteile sind die Bodenkonstruktion, die Fassade mit Unterkonstruktion, das Deckentäfer in Lärche, Fenster und Fensterstöcke. Im Bild die Übergabe der Objektauszeichnung Schweizer Holz im August. V.l.n.r. Marcel Lerch (Geschäftsführer Graubünden Holz), Gabriela Tomaschett-Berther (Vereinspräsidentin Casa Depuoz), Robert Albertin (Albertin Architekten), Matthias Gutmann (Institutionsleiter Casa Depuoz), Elena Florineth (Albertin Architekten).
Bild Albertin Architekten, Haldenstein

 

Bei der Planung und Gestaltung des Neubaus wurde besonderer Wert auf Nachhaltigkeit und die Reduktion von CO2-Emissionen gelegt. Ein zentrales Anliegen war dabei, vorwiegend mit regionalen Ressourcen zu arbeiten und auf Fertigprodukte zu verzichten, um die graue Energie zu senken. Zudem wurde bewusst darauf verzichtet, ein Untergeschoss zu bauen, um den Materialeinsatz von Beton weiter zu reduzieren.

Die vorgefertigte Holzkonstruktion der Wände und Decken besteht aus lokalem Schnittholz, und die Fassade ist mit Lärchenschindeln aus regionalem Holz verkleidet. Zur Verbesserung des Raumklimas wird in den Innenräumen auch Lehm eingesetzt, der durch seine natürlichen Eigenschaften die Luftfeuchtigkeit reguliert und ein angenehmes Wohnklima schafft.


Vernetzung mit dem Dorf erwünscht

Ein Holzbrunnen und ein stattlicher Bergahorn vor dem Gebäude bilden einen einladenden Treffpunkt – für Bewohner, Besucher, Schulkinder auf dem Heimweg ebenso wie für die Dorfbewohner. Dieser Aufenthaltsbereich markiert nicht nur die Ankunft beim Wohnheim, sondern dient zugleich als Ort der Begegnung, der Gemeinschaft fördert und zum Austausch einlädt.

Im Erdgeschoss befinden sich die öffentlich zugänglichen Bereiche, darunter ein Aufenthaltsraum, der bei Bedarf auch extern vermietet werden kann. Dies schafft weitere Begegnungsmöglichkeiten mit den Dorfbewohnern. Ebenerdig liegen überdies auch funktional untergeordnete Räume wie Keller- und Lagereinheiten.


Raumaufteilung folgt der Sonne

Das Gebäude ist in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet und eröffnet einen weiten Blick ins Tal. Um eine gleichwertige Raumaufteilung und Wohnqualität für alle drei Wohngruppen sicherzustellen, wurde jeder Gruppe ein identisch strukturiertes und gleich grosses Geschoss zugewiesen.

Der gemeinschaftliche Wohn- und Essbereich mit angrenzendem Wintergarten liegt auf der sonnigen Südseite des Hauses. Der Wintergarten als nicht beheizter Raum wird durch die Sonneneinstrahlung passiv erwärmt und kann sowohl im Sommer als auch im Winter gut genutzt werden. Die Bewohnerzimmer sind im ruhigeren, rückwärtigen Teil des Gebäudes untergebracht.


Links graubuendenholz.ch | casa-depuoz.ch (PDF, 11.3 MB) | albertin-architektur.ch | holz-bois-legno.ch