Fachpresse-Preis für Holzarchitektur geht nach Schweden und Österreich
Die weit überhängende und an den Ecken leicht nach oben gezogene Dachkonstruktion des Bahnhofs in Varberg ist eine Hommage an das Meer. (Bildquelle: Åke E:son Lindman)
In der Kategorie Neubau gewann der Bahnhof in Varberg des Architekturbüros Okidoki aus Schweden. Die Kategorie Sanierung entschieden die Architekten von Innauer Matt Architekten mit dem Museum Bezau im österreichischen Vorarlberg für sich.
Ein Bahnhof am Meer
Varberg ist eine Küstenstadt im südlichen Schweden mit einer Geschichte als Badeort. Das und die ausserordentliche Nähe des Bahnhofs zum Meer inspirierten die Architekten von Okidoki, ein Bauwerk zu schaffen, das dem maritimen Erbe des Ortes gewidmet ist. Die Entscheidung für eine Struktur aus Brettsperr- und Brettschichtholz fiel einerseits zugunsten der regionalwirtschaftlichen Verankerung des Materials und andererseits des hohen Nachhaltigkeitsstandards, dem sich das Projekt verpflichtete. Der internationale Fachpresse-Preis für Holzarchitektur ist nicht zufällig die zweite Auszeichnung des Holzbauprojekts, das 2025 bereits mit dem UIC Railway Station Award in der Kategorie «Station & Urban Design» ausgezeichnet wurde.
Der Haupteingang des Museums in Bezau befindet sich im neuen Anbau. (Bildquelle: Dominic Kummer)
Ein Bregenzerwälderhaus zwischen Tradition und Moderne
Das Museum Bezau befindet sich in einem denkmalgeschützten Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert. Es ist eine Kulturinstitution wie auch ein architektonisches Zeugnis der lokalen Bautradition. Das Projekt der Innauer Matt Architekten umfasste die Restaurierung und Komplementierung des historischen Bregenzerwälderhauses, dessen hinterer Teil über die Zeit verloren ging. Der neue Anbau ist ein konstruktiver Holzbau, dessen tragende Elemente aus regionaler Fichte und Tanne bestehen und dem es gelang, die Integrität des Gebäudes wiederherzustellen und neuen Raum für ein zeitgemässes Museum zu schaffen.
Die teilnehmende Fachpresse reicht jedes Jahr herausragende Holzbauten für den Fachpresse-Preis ein. Für den Kongress wird jeweils im Rahmen einer Jury eine Auswahl der Projekte nominiert. Die Gewinner werden dann während der Veranstaltung ausgezeichnet. Neben der Lignum-Fachpublikation «Holzbulletin» besteht das Fachpresse-Panel aus «Mikado» (Deutschland), «Séquences Bois» (Frankreich), «Trä!» (Schweden), «PUU» (Finnland) und «Architektur Aktuell» (Österreich).