Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Ein Zehntel der Thurgauer Waldfläche ist Reservat

Mit den neuen Waldreservaten Immenberg und Altenburgertobel sind in ‹Mostindien› jetzt 34 Flächen mit insgesamt 2023 ha als Reservat ausgeschieden. Damit ist der Thurgau so weit wie Aargau, Basel-Stadt, Basel-Land, Genf, Glarus, Solothurn, Schwyz und Zug: Er erreicht das von Bund und Kantonen vorgegebene Ziel, bis 2030 10% der Waldfläche zum Reservat zu erklären.

Eibenreicher Wald mit liegendem Totholz aus Buchen im Waldreservat Wellenberg.
Bild Kanton Thurgau

 

Die Grundlage für die Ausscheidung von Waldreservaten durch die Kantone bildete das Bundesgesetz über den Wald aus dem Jahr 1991. Mit dem ‹Konzept Waldreservate Schweiz› folgte 1998 eine detailliert ausgearbeitete fachtechnische Grundlage. 2001 verabschiedeten die Konferenz der kantonalen Forstdirektoren und das Bundesamt für Umwelt die ‹Leitsätze einer Waldreservatspolitik Schweiz›. Man setzte sich damals zum Ziel, bis 2030 10% der Waldfläche als Waldreservat auszuscheiden.

Im Thurgau wurde der Ittinger Wald 1997 das erste Waldreservat. Anschliessend folgte 2002 die Ausscheidung der nationalen Auenschutzgebiete Hau/Äuli, Schäffäuli und Wyden, deren bewaldete Teile analog wie Waldreservate beplant sind und daher den Waldreservaten angerechnet werden. 2004 erfolgte die Inkraftsetzung des mit 234 ha ausserordentlich grossen Waldreservats Schaaren mit seinen seltenen Eichen-Hagebuchen-Wäldern in den Politischen Gemeinden Diessenhofen und Schlatt. Getoppt wurde dieser Wert in der Folge noch durch das Waldreservat Mammerner Wald/Ibtobel mit 274 ha.

Aus nationaler Sicht sind im Kanton Thurgau die Auenwälder entlang der Thur und die alten Eichenbestände aus ehemaliger Mittelwaldbewirtschaftung von besonderer Bedeutung. Entsprechend lag ein Schwerpunkt auf der Ausscheidung von Waldreservaten in diesen Räumen. Wie eine Perlenschnur reihen sich von Salenstein bis Romanshorn die acht mehrheitlich eichendominierten, aus ehemaliger Mittelwaldbewirtschaftung bestehenden Waldreservate entlang des Seerückens aneinander. Diese Eichenbestände werden weiterhin entsprechend ihrem Schutzziel gepflegt, und zur Förderung der Eiche werden auch neue Eichenflächen begründet.


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