Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Die Schweiz wird heisser, trockener und schneeärmer

Letzte Woche wurden die neuen Klimaszenarien 2025 für die Schweiz der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Perspektiven zeigen: Der Klimawandel ist in der Schweiz besonders ausgeprägt. Hitze und Trockenheit werden häufiger. Schnee fällt weniger, dafür kann es künftig heftig regnen. Die Anpassung an den Klimawandel wird laufend wichtiger.

Prognostizierte  Entwicklung der Anzahl Hitzetage mit mindestens 30 °C in der Schweiz. Werte zeigen den Mittelwert, der in der Referenzperiode 1991–2020 gemessen wurde, und den möglichen Bereich in einer Drei-Grad-Welt. In der Schweiz steigt die Temperatur bei einer globalen Erwärmung von insgesamt 3 °C deutlich stärker an, nämlich um rund 4,9 °C.
Grafik Bericht Klima CH2025 – Klimazukunft Schweiz, MeteoSchweiz & ETH Zürich 2025

 

Die im Auftrag des Bundes von MeteoSchweiz erstellten neuen Szenarien knüpfen an die Ergebnisse der Klimaszenarien von 2018 an. Sie bestätigen und erweitern das bisher bekannte Bild des Klimawandels in der Schweiz. Die bisherige Erwärmung in der Schweiz (2024: +2,9 °C seit der vorindustriellen Zeit) ist höher als im weltweiten Durchschnitt (2024: +1,3 °C). In der Schweiz zeigen sich Aspekte des Klimawandels ausgeprägter als im globalen Mittel, unter anderem aufgrund der geografischen Lage.

Die prognostizierte Erwärmung hat unzählige Auswirkungen. Die Klimaszenarien beschreiben vier Hauptveränderungen, die das Klima in der Schweiz in einer global um drei Grad wärmeren Welt prägen. An erster Stelle steht die zunehmende Hitze. Hitzeereignisse betreffen insbesondere Regionen in tiefen Lagen und speziell städtische Gebiete.

Sie können in Zukunft aber auch in Regionen in den Alpen und Voralpen zunehmend auftreten. Der heisseste Tag im Jahr wird im Schnitt etwa 4,4 °C (gegenüber 1991–2020) heisser sein. Auch Hitzetage und Tropennächte werden deutlich häufiger auftreten. Zum Beispiel werden in der Stadt Zürich im Schnitt etwa fünfmal mehr Tropennächte im Jahr erwartet.


Dürre Böden, mehr Waldbrände

Die Böden in der Schweiz werden im Sommer zunehmend austrocknen. Die Ursache sind höhere Temperaturen, eine stärkere Verdunstung und weniger Sommerniederschläge. Die Sommertrockenheit hat in den vergangenen rund 40 Jahren bereits zugenommen. Eine typische Sommertrockenheit wird in Zukunft um 44% intensiver sein. Dürren und das Risiko für Waldbrände nehmen zu. Zugleich werden Starkniederschläge  langfristig in allen Jahreszeiten zunehmen.

Die höchsten Zunahmen werden vor allem bei heftigen Gewitterniederschlägen erwartet, die in kürzester Zeit fallen. Im Sommer schliessen intensivere Niederschläge eine gleichzeitige Abnahme der gesamten Niederschlagsmenge nicht aus: Es regnet zwar seltener, dafür fallen bei einzelnen Ereignissen grössere Regenmengen in kurzer Zeit. Im Winter nehmen die Niederschläge leicht zu, fallen jedoch vermehrt als Regen statt als Schnee. Die durchschnittliche Nullgradgrenze im Winter wird um 550 m auf etwa 1450 m ü. M. steigen.


Anpassung immer wichtiger

Um die Folgen des Klimawandels zu begrenzen, sind Emissionsreduktionen weltweit unabdingbar. Die Klimaszenarien zeigen, wie sich Klimaschutzmassnahmen auf den Klimawandel auswirken – jedes eingesparte Zehntelgrad kann die Auswirkungen auf die Schweizer Natur, Gesellschaft und Wirtschaft reduzieren.

‹Mit ambitioniertem Klimaschutz und global netto null Emissionen bis 2050 könnte der grösste Teil der zukünftigen langfristigen Erwärmung und damit viele der daraus folgenden weiteren Auswirkungen vermieden werden›, sagt Reto Knutti, Klimaforscher der ETH Zürich. Mit allen Bemühungen lässt sich die globale Erderwärmung indessen im besten Fall nur begrenzen, nicht aber rückgängig machen. Die Anpassung an den Klimawandel wird damit immer wichtiger. Das betrifft nicht zuletzt auch das Bauwesen.


Links klimaszenarien.ch | nccs.ch