Lignum Holzwirtschaft Schweiz

Bewilligung für alpine Solaranlage Morgeten bestätigt

Die Morgeten Solar AG will im Gantrisch eine alpine Solaranlage bauen und betreiben. Mehrere Organisationen wandten sich im Sommer 2024 beim Berner Verwaltungsgericht gemeinsam dagegen. Jetzt ist klar: Die Baubewilligung gilt. Die Beschwerdeführer geben jedoch nicht auf. Und: Im Bündnerland haben diesen Sommer und Herbst zwei alpine Solarprojekte die Bewilligung erhalten.

Visualisierung der geplanten Solaranlage im Simmental.
Bild morgeten.ch

 

Die Morgeten Solar AG will am Südhang der Bürgle, einem Gipfel der Gantrischkette, auf dem Gebiet der Gemeinde Oberwil im Simmental eine Fotovoltaikanlage mit einer Fläche von rund 7,5 ha realisieren. Gegen die von der Regierungsstatthalterin von Frutigen-Niedersimmental erteilte Baubewilligung erhoben die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, der Schweizer Alpen-Club SAC und der Verein Mountain Wilderness Schweiz Beschwerde (Lignum Journal online vom 11.6.2024).

Die Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern BVD hat die Beschwerde geprüft. Sie bestätigte am 8. Oktober 2025 die von der Regierungsstatthalterin erteilte Baubewilligung. Die BVD kommt zum Schluss, dass die Regierungsstatthalterin gestützt auf die eingeholten, positiv lautenden Amts- und Fachberichte die Anlage zu Recht als umweltverträglich beurteilt hat.

Auch die weiteren Rügen der Beschwerdeführenden erwiesen sich als unbegründet. So durften im Baubewilligungsverfahren nebst der Fotovoltaikanlage gleichzeitig auch landwirtschaftliche Bauvorhaben mitbewilligt werden. Ausserdem werden die von Art. 71a des Energiegesetzes verlangte jährliche Stromproduktion und die Stromproduktion im Winterhalbjahr gemäss einer Ertragssimulation, die von der zuständigen Fachstelle überprüft wurde, erreicht.


Bewilligung für Anlage ‹Alpin Parsenn› in Davos

Die Bündner Regierung hat der Swisspower AG im August die Bewilligung für den Bau einer alpinen Fotovoltaik-Grossanlage in der Gemeinde Davos mit Auflagen erteilt. Die Swisspower AG vertritt die Energie Wasser Bern, die IWB Industrielle Werke Basel sowie die EWD Elektrizitätswerk Davos AG als Gesamtprojektleiterin.

Beim Projekt ‹Alpin Parsenn› handelt es sich um eine Anlage am südlichen Fuss des Totalphorns in der Gemeinde Davos. Das Projektgebiet ist in mehrere Teilperimeter unterteilt. Auf einer Fläche von knapp 14 ha sollen gemäss Projektvorhaben mit insgesamt 1493 Modultischen rund 12,1 GWh/a produziert werden. Diese werden mit Fotovoltaikmodulen bestückt, welche sowohl direkte als auch reflektierte Sonnenstrahlung zur Stromproduktion nutzen.

Der Standort der geplanten alpinen Grossanlage liegt im bereits infrastrukturell erschlossenen Wintersportgebiet Parsenn. Die logistische Erschliessung erfolgt über bestehende Zufahrtswege. Zusätzlich ist der Einsatz von Helikoptern sowie Schreitbaggern für eine minimalinvasive Montage vorgesehen. Dem Vorhaben haben die Stimmberechtigten der Gemeinde Davos an der Abstimmung vom 17. Dezember 2023 zugestimmt.


Bewilligung auch für Fotovoltaik-Grossanlage in Samedan

Die Bündner Regierung hat überdies diesen Monat auch der Energia Solara Engiadinaisa AG (in Gründung) die Bewilligung für den Bau einer alpinen Fotovoltaik-Grossanlage in der Gemeinde Samedan mit einigen Auflagen erteilt. Die Energia Solara Engiadinaisa AG besteht aus den Gründerinnen TNC Consulting AG, Energia Samedan, Alpiq AG sowie IWB Energie Schweiz AG. Die Gemeinde Samedan hat dem Vorhaben am 13. Juli 2023 zugestimmt. 

Das Projekt beinhaltet den Bau einer  Solaranlage im Gebiet zwischen dem Flughafen Samedan und der Ova da Flaz. Der Standort liegt auf 1700 m ü. M. in unmittelbarer Nähe zur Infrastrukturanlage des Regionalflughafens Samedan. Auf einer Fläche von rund 21 ha sollen rund 26800 Solarmodule installiert werden, die für eine Jahresproduktion von rund 18,8 GWh sorgen sollen. Die Installation der Solarmodule soll in einer vertikalen Ausrichtung mit einem Neigungswinkel von 90 Grad erfolgen.

Die Solarmodule werden in einem Abstand von 6,5 m aufgestellt, wodurch die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche weiterhin möglich bleibt. Für den Bau sind zwei Etappen vorgesehen, die Ende 2027 und 2028 abgeschlossen sein sollen. Bei der Erstellung der Anlage wird in sensiblen Bereichen weitgehend auf Betonfundamente verzichtet und auf tragfähige, reversible Lösungen zurückgegriffen. 


Links Entscheid BVD (8.10.2025, PDF, 530 KB) | gr.ch