Berner Holzverarbeiter investieren gemeinsam für Lernende
So soll sich der Neubau des Bildungszentrums Holz Lützelflüh künftig präsentieren. Die Daten zum Projekt sind eindrücklich: Viergeschossig soll es sein mit einem Grundriss von 90 x 21 m und einer Geschossfläche von 7820 m2. Neben dem Bildungszentrum werden auch die Geschäftsstellen der beiden federführenden Verbände im Neubau unterkommen. Ab dem Erdgeschoss ist ein reiner Holzbau aus Schweizer Holz in Skelettbauweise vorgesehen. Die anfallenden Holzabfälle werden zur Wärmegewinnung genutzt, und auf dem Flachdach wird eine Fotovoltaikanlage installiert. Der Baustart ist auf den Herbst 2026 geplant; im Sommer 2028 soll der Bau bezugsbereit sein.
Visualisierung Atelier G+S Architekten und Planer AG, Burgdorf
Der Anstoss für den Bau des neuen Bildungszentrums ergab sich aus individuellen Herausforderungen für beide Verbände: Auslaufende Mietverträge an den bisherigen Standorten ohne Kaufoption, begrenzte Raumkapazitäten sowie eine zunehmend sanierungsbedürftige Infrastruktur machte für beide Parteien ein Umdenken notwendig. Am 29. Oktober haben die Mitglieder des Schreinermeisterverbands Kanton Bern dem Baukredit für das neue Bildungszentrum Holz Lützelflüh BHL in Höhe von CHF 17318000.– zugestimmt. Einen Tag später, am 30. Oktober, folgten die Mitglieder von Holzbau Schweiz Sektion Bern mit ihrem Ja. Mit dem positiven Beschluss beider Seiten ist der Weg frei für den Start eines Bildungszentrums, das Fachwissen, Handwerkstradition und Innovation im Holzbau vereint – ein Projekt, das die Region nachhaltig stärken wird.
Im Austausch stellten die Verantwortlichen fest, dass sich ihre Fachbereiche hervorragend ergänzen und dass ein gemeinsames Bildungszentrum nicht nur Synergien schafft, sondern auch neue Chancen für die gesamte Branche eröffnet. Der Standort Lützelflüh bringt mehrere Vorteile mit sich: Zum einen konnten die beiden Verbände das Grundstück sichern (Lignum Journal online vom 23.10.2024), was langfristig Planungssicherheit schafft. Zum anderen liegt der Ort zentral im Einzugsgebiet der beiden Verbände. Ob von Thun, Langenthal, Langnau oder Lyss: Mit dem öffentlichen Verkehr erreichen alle Lernenden das Bildungszentrum in etwa einer Stunde.
Das Gebäude umfasst zum einen eine gemeinsame Infrastruktur, welche von beiden Verbänden genutzt wird: Dazu gehören Schulungs- und Theorieräume für die überbetrieblichen Kurse sowie für Weiterbildungsangebote, Sitzungszimmer, Aufenthaltsräume, Garderoben und ein Bistro. Zusätzlich entstehen für beide Verbände eigene Büroräumlichkeiten sowie spezialisierte Werkstätten, die auf die jeweiligen Ausbildungsgänge zugeschnitten sind, so unter anderem Bank- und Maschinenräume, ein Spritzraum oder ein Raum für Montagekurse.