Auszeichnung ‹Watt d'Or› für das ‹Hobelwerk› in Winterthur
Blick auf das Haus D der Überbauung ‹Hobelwerk› in Oberwinterthur (Architektur: Pascal Flammer Architekten, Zürich; Ingenieure: Makiol Wiederkehr AG, Beinwil am See; B3 Kolb AG, Romanshorn; Aschwanden & Partner AG, Rüti). Der Bau war bereits 2024 Jurysieger beim Preis ‹Bester Neubau› des Verlags Archithema. Die Jury lobte ihn als gelungenes Experiment, das Schule machen sollte.
Bild Peter Tillessen für Archithema
Innovative Schweizer Unternehmen und Hochschulen setzen die Energiezukunft erfolgreich in die Praxis um. Zu ihren Ehren hat das Bundesamt für Energie BFE den ‹Watt d’Or› als Gütesiegel für Energieexzellenz geschaffen. Das Ziel war, aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich bekannt zu machen. Sie sollen Wirtschaft, Politik und die breite Öffentlichkeit motivieren, die Vorteile innovativer Energietechnologien für sich zu entdecken.
2007 wurde die Auszeichnung zum ersten Mal verliehen. Dieses Jahr richtet das BFE den ‹Watt d’Or› zum letzten Mal aus. 55 Bewerbungen wurden bis Mitte Juli 2025 für den ‹Watt d'Or› 2026 eingereicht und von einem Expertenteam evaluiert. Für die Endrunde nominiert wurden schliesslich 17 Beiträge. Daraus hat die Jury unter dem Vorsitz von Jurypräsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher die Siegerprojekte in vier Kategorien gekürt.
‹Hobelwerk› in Winterthur räumt ab
Das ‹Hobelwerk›-Areal in Oberwinterthur zeigt, wie nachhaltiges Bauen geht. Darin lässt sich energie- und klimafreundlich leben. Entwickelt und realisiert wurde es von der Baugenossenschaft ‹mehr als wohnen›, der Lemon Consult AG und dem Low-Tech Lab in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern. Sie haben dafür gesorgt, dass ein attraktives, ressourcenschonendes, kreislauforientiertes, energieeffizientes und sozial durchdachtes Wohn- und Gewerbequartier entstanden ist.
Die Baugenossenschaft ‹mehr als wohnen› hat das Areal des ehemaligen Holzverarbeitungsbetriebs Kälin AG in Oberwinterthur 2018 gekauft, um darauf ein neues Wohn- und Gewerbeareal entstehen zu lassen. Das realisierte Projekt besticht mit Holzbau, Re-Use-Materialien, intelligenten Energiesystemen in Kombination mit einem innovativen Lüftungskonzept, Klimaarchitektur und sozialer Vielfalt. Der lebendige neue Stadtteil ist ein Modell für den zukunftsweisenden, gemeinnützigen Wohnungsbau in der Schweiz.
Besonderer Vorzeigebau: Gebäude D
Kreislaufwirtschaft und Re-Use wurden vor allem im Gebäude D konsequent umgesetzt. Dies mit Holzbauweise und vielen Re-Use-Bauteilen, beispielsweise Fassadenelementen, Türen und Fenstern aus Abbruchhäusern. Auf ein Untergeschoss wurde verzichtet, was den Betonverbrauch stark reduzierte. Resultat dieser Massnahmen sind die sehr tiefen Erstellungsemissionen dieses Gebäudes. Bereits Haus C erreichte aber dank Holzbauweise und der Nutzung von lokalen Materialien einen tiefen CO2-Fussabdruck bei der Erstellung.
Haus D bietet Clusterwohnungen, Wohnateliers und gemeinschaftlich nutzbare Räume, die den unterschiedlichen Lebensmodellen der Bewohnenden gerecht werden. Die Häuser C bis E werden in einem Pilot- und Demonstrationsprojekt des Bundesamts für Energie (Skalierbare Lösungen für den Weg zu netto null) untersucht, das die Ökobilanzen und Lebenszykluskosten auswertet. Ziel ist, dass die im ‹Hobelwerk› erprobten Ansätze auch auf andere Projekte skaliert werden können.
Links wattdor.ch | hobelwerk-winterthur.ch