Anhaltend kräftige Nachfrage nach Schweizer Rohholz
Preisspannen und erwartete Entwicklungen im Schweizer Rohholzmarkt, Januar 2026
Tabelle HMK
Ab 2020 konnten Preisempfehlungen für Stammholz, Industrieholz und Energieholz aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht mehr publiziert werden. Nach der Auflösung der damaligen Holzmarktkommission und einem Auskunftsbegehren der Wettbewerbskommission durften nur noch historische Preise publiziert werden. Erst seit dem Inkrafttreten einer gesetzlichen Grundlage im August letzten Jahres (Art. 41b WaG) ist es wettbewerbsrechtlich wieder möglich, Preisempfehlungen zu Rohholz zu veröffentlichen.
Die neue Holzmarktkommission ist paritätisch zusammengesetzt; sie besteht aus je sechs Vertretern von Holzlieferanten- und Holzabnehmer-Seite; delegiert durch die beiden Dachverbände WaldSchweiz und Holzindustrie Schweiz. Bei den Holzlieferanten sitzt zudem ein Vertreter des Schweizerischen Bauernverbandes ein. Die neue Kommission ist vorerst auf drei Jahre befristet; die Pilotphase dauert von 2026 bis 2029. Die Kommission soll künftig mindestens zweimal pro Jahr zusammentreten.
Gute Auftragslage bei Sägereien
Die Holzmarktkommission besprach an ihrer ersten Sitzung vom 26. Januar die Lage am Holzmarkt. Die Auftragslage in der Bauwirtschaft wird aktuell mehrheitlich als gut bis sehr gut eingeschätzt. Besonders der Holzbau weist eine hohe und stabile Auslastung auf; zahlreiche Zimmerei- und Holzbaubetriebe verfügen über gut gefüllte Auftragsbücher. In den kommenden Monaten wird mehrheitlich mit einer stabilen Auslastung der Holzindustriebetriebe gerechnet.
Die Nachfrage der Verarbeiter nach Rundholz, generell Nadelholz und insbesondere Fichte/Tanne, ist hoch und übersteigt teilweise das Angebot. Fast die Hälfte der befragten Sägereien (44%) melden einen tiefen Rundholz-Lagerbestand. Diese Situation wird sich in den kommenden Monaten bis zum Sommer 2026 kaum verändern, da wenig geschlagenes Holz im Wald vorhanden ist. Der seit Juli vergangenen Jahres statistisch beobachtbare Trend bei den Holzpreisen wird sich bei dieser Marktlage voraussichtlich fortsetzen.
Tendenziell steigende Preise
Beim Nadelstammholz ist die Nachfrage stabil bis steigend. Insbesondere Lärche wird stark nachgefragt, was zu einem Preisanstieg geführt hat. Nachfrage und Preise bei Industrieholz sind stabil bis rückläufig. Die Preisdifferenz zum Energieholz ist aktuell oft so gering, dass potentielles Industrieholz zum Teil direkt als Energieholz verwertet wird. Beim Energieholz ist die Nachfrage saisonbedingt gross, und die Preise sind angestiegen.
Aufgrund der Volatilität des Holzmarkts und der grossen regionalen Unterschiede beschränkt sich die Holzmarktkommission auf die Festlegung von Preistendenzen für spezifische Leitsortimente. Auf konkrete Richtpreise wurde an der ersten Sitzung ausdrücklich verzichtet. Die Holzpreise weisen in den Leitsortimenten für Nadelholz seit Juli 2025 eine steigende Tendenz auf, insbesondere bei Langholz. Die Nachfrage und der Preis für Buchenstammholz entwickeln sich hingegen schwach bis leicht rückläufig. Beim Laubholz zeigen einzig Esche und gute Eichenqualitäten eine robuste Nachfrage.
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